Hundehalter mit Wohnsitz in der Gemeinde Görwihl müssen ab dem nächsten Jahr weniger Hundesteuer bezahlen. Anstatt wie bisher 200 Euro sind neu 130 Euro pro Hund und Jahr fällig. Der neue Satz gilt ab 1. Januar 2021. Dies hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag beschlossen, nachdem er im Juni 2020 einen entsprechenden Antrag auf Neufassung der Hundesteuersatzung aus den eigenen Reihen eingereicht hatte.

Den Antrag hatten damals zwölf Gemeinderäte aus allen drei Fraktionen mitgetragen. Bürgermeister Carsten Quednow sowie die Gemeinderäte Peter Keck und Franz Eckert (CDU) hatten dagegen gestimmt. Die finale Abstimmung am Montag wurde aber nochmals spannend, weil Ratsmitglied Herbert Nägele (Freie Wähler) den Antrag auf geheime Wahl stellte. Die Begründung: Als der Gemeinderat im November 2018 die Verdoppelung der Hundesteuer von 100 auf 200 Euro für den Ersthund beschlossen hatte – jeder weitere Hund hatte damals schon 200 Euro gekostet – „sind Gemeinderäte und Bürgermeister diffamiert worden“, so Nägele, „das soll sich nicht wiederholen“.

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An dem Ergebnis vom Juni 2020 änderte die geheime Wahl jedoch nur wenig. Es gab elf Stimmen für die Neufassung der Satzung bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung – und Applaus aus den Zuhörerreihen. Bürgermeister Carsten Quednow bat „alle Beteiligten um einen Schlusspfiff“. „Wir sollten jetzt positiv nach vorne blicken“, sagte er.

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Die Äußerung von Ursula Jeserich am Anfang der Sitzung unter „Bürgerfragen“, die Gemeinde Görwihl habe selbst mit 130 Euro noch den höchsten Steuersatz im Umkreis, konterte Quednow mit dem Hinweis, dass jeder Hund im Gemeindegebiet nun gleich viel kostet. Bei der Steuerhöhe für den Zweithund, merkte er an, „gibt es Gemeinden, die fern von Gut und Böse sind“.

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Gemeinderat Matthias Eschbach (CDU) hatte, als er den Antrag auf Neufassung der Hundesteuer im Juni einreichte, erklärt: „Wir haben uns über alle Fraktionen hinweg Gedanken gemacht und versucht, allen gerecht zu werden.“ Die Hundesteuer soll weiterhin die Funktion einer Lenkungssteuer ausüben sowie eine Vereinfachung für die Verwaltung darstellen, so Eschbach. Im Januar 2020 hatte bereits die Grünen-Fraktion einen Antrag auf Senkung der Hundesteuer auf 108 Euro gestellt. Der Gemeinderat hatte jedoch mehrheitlich dagegen gestimmt.

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Derzeit sind rund 230 Hunde in der Gemeinde Görwihl gemeldet. Görwihl hat auch nach der Senkung des Steuersatzes die höchste Hundesteuer (Ersthund) im Kreis Waldshut. Den Unterschied macht die Steuer für jeden weiteren Hund aus: Mit 130 Euro hat Görwihl nach Lottstetten und Ibach den zweitniedrigsten Satz im Kreis.

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