Die Bürger der Gemeinde Görwihl müssen rückwirkend zum 1. Januar 2021 weniger Abwassergebühren bezahlen. Das ist das Ergebnis einer Gebührenkalkulation der Firma Allevo Kommunalberatung. Dessen Vertreter Jens Colberg hat die neuen Zahlen im Gemeinderat vorgestellt. Der bisherige Gebührensatz liegt bei 3,14 Euro pro Kubikmeter Abwasser. Er soll um 72 Cent auf 2,42 Euro pro Kubikmeter gesenkt werden – dies in den Jahren 2021 und 2022. Für 2023 gilt eine Schmutzwassergebühr von 2,43 Euro pro Kubikmeter. Parallel dazu wird auch die Niederschlagswassergebühr um 11 Cent auf 35 Cent pro Quadratmeter reduziert.

Die Begründung

Begründet wurde die relativ starke Reduktion der Schmutzwassergebühr mit zwischen 2016 und 2018 erwirtschafteten Gewinnen in Höhe von rund 280.000 Euro. Laut Jens Colberg dürfen öffentliche Einrichtungen jedoch keine Gewinne erwirtschaften, sondern müssen kostendeckend arbeiten. Colberg erklärte: „Gewinne müssen an die Bürger zurückgezahlt werden.“ Dies könne mittels Verrechnung geschehen.

Zukunftsaussichten

Gemeinderat Norbert Lüttin (CDU) äußerte die Befürchtung, „dass die Abwassergebühr in den nächsten Jahren wieder erhöht wird, weil wir Investitionen vorhaben“. Lüttin sprach damit die Umstrukturierung der Görwihler Kläranlage an. Rechnungsamtsleiter Martin Schwald bestätigte: „Dann ist wieder mit einer Gebührenerhöhung zu rechnen.“ Die Bildung von Rückstellungen aus den Gewinnen sei rechtlich nicht möglich, erklärte Bürgermeister Carsten Quednow.

Am untersten Limit

Was Christian Denz nicht gefiel: Wenn der Gemeinderat 2023/24 die Abwassergebühr wieder anheben muss, „sind wir die Buhmänner“, sagte er. Laut Carsten Quednow lag die Gemeinde Görwihl mit dem bisherigen Gebührensatz von 3,14 Euro „am untersten Limit in Baden-Württemberg“. Quednow weiter: „Wir waren supergünstig, jetzt sind wir noch günstiger.“