Die Oberwihler Hexegugger gehen, was die nachhaltige Idee der Wiederverwertung betrifft, mit gutem Beispiel voran. Als noch der Winter auf dem Land lag und die Fasnacht die Herzen des närrischen Volks in freudige Erregung versetzte, stellten sie beim Milchhüsli einen Narrenbaum hin. Jedoch verkehrt, quasi kopfüber, also mit den Wurzeln nach oben. Dort, im Wurzelstock, ordneten sie bunte Wimpel um eine kuriose Figur mit Salvador-Dali-Schnauzer, tränenden Augen und verbogenem Regenschirm an. Die Figur musste nach einer Weile wieder weichen, weil Fasnacht nicht das ganze Jahr dauert, auch wenn es manche am liebsten so hätten.

Peter Schütz
Peter Schütz | Bild: Südkurier

Und jetzt? Ist aus dem Narrenbaum ein Osterbaum geworden. Verziert mit bunten Eiern und einem auf einer runden Tafel gemalten Ostergruß. „Frohe Ostern“ steht in Rot über dem die Fröhlichkeit tierisch gut verkörpernden Paar, einem gelben Küken und einem schelmisch lächelnden Hasen mit weißer Brust. Neben ihnen drei in Gras gebettete Ostereier, umrankt von einem Maiglöckchen. Das Bild ist mit großer Sorgfalt von Hand gemalt – es muss ja nicht immer der Computer alles machen.

Und obwohl diese Feiertage nicht nach unserem Sinn und Geschmack sein dürften, bringen derartig nette Ostergrüße wie am Oberwihler Milchhüsli Freude ins Leben. Erst recht in dieser Zeit, in der vieles – nicht nur der Baum, auf dem der Gruß angebracht ist – Kopf steht.