Mehr als ein halber Meter Neuschnee ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Hotzenwald gefallen. Das bedeutete einen Großeinsatz für die Straßenmeisterei Segeten. Sie ist zuständig für das Gebiet im Süden von Schwörstadt bis nach Albbruck und im Norden bis nach Menzenschwand, Passhöhe Äule. Die Straßenmeisterei betreut die Bundesstraßen B 34 und B 518, die A 98 zwischen Bad Säckingen und Laufenburg, die Wehratalstraße zwischen Wehr und Todtmoos sowie alle Landes- und Kreisstraßen in dem Gebiet.

Schwarzwaldwinter statt spanische Sonne: der Besitzer dieses Wohnmobils in Todtmoos wollte eigentlich der Kälte in Deutschland entfliehen und in Spanien überwintern. Die Pläne des Wohnmobilisten wurden aber von Corona durchkreuzt. Nun wartet das „Blechhotel“ unter einer dicken Schneehaube auf den Frühling.
Schwarzwaldwinter statt spanische Sonne: der Besitzer dieses Wohnmobils in Todtmoos wollte eigentlich der Kälte in Deutschland entfliehen und in Spanien überwintern. Die Pläne des Wohnmobilisten wurden aber von Corona durchkreuzt. Nun wartet das „Blechhotel“ unter einer dicken Schneehaube auf den Frühling. | Bild: Andreas Böhm

Winterdienst heißt: früh aufstehen. Um 3 Uhr beginnt die Frühschicht. Und wenn man zu dieser Zeit im Schichtplan steht, bedeutet das: dicke Daunenjacke, Schal, fellgefütterte Winterstiefel angezogen, die Thermoskanne mit heißem Kaffee in den Rucksack gepackt und los geht es.

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Alle anfallenden Räum- und Streuarbeiten gilt es, zu bewältigen. Das Ziel: für einen komplett verkehrssicheren Zustand der Straßen sorgen. Keine leichte Sache, wenn man an die Schneemassen der vergangenen Woche denkt, die uns Frau Holle beschert hat. Der Mitarbeiter der Spätschicht hat es da einen Tick besser. Seine Arbeit beginnt um 13 Uhr, er hat aber das gleiche Aufgabenspektrum.

Fleißig: Die Straßenmeisterei Segeten hatte ordentlich zu tun. Nachdem am Mittwochabend kräftiger Regen eingesetzt hatte, waren die Straßen vielerorts frei. Der anschließende Dauerschneefall, der am Donnerstagmorgen begann und erst am Freitag gegen 12 Uhr mittags endete, brachte enorme Neuschneemengen.
Fleißig: Die Straßenmeisterei Segeten hatte ordentlich zu tun. Nachdem am Mittwochabend kräftiger Regen eingesetzt hatte, waren die Straßen vielerorts frei. Der anschließende Dauerschneefall, der am Donnerstagmorgen begann und erst am Freitag gegen 12 Uhr mittags endete, brachte enorme Neuschneemengen. | Bild: Peter Koch

„Wenn der Wetterdienst Schnee voraussagt, beunruhigt das uns nicht extrem. Wir sind für solche Situationen bestens gerüstet“, erklärt Michael Swientek, zuständiger Pressesprecher beim Landratsamt Waldshut. Das beruhigt.

Wenn gar nichts mehr geht, dann kommt schweres Gerät zum Einsatz, um der Schneemassen in Todtmoos Herr zu werden. Unser Bild entstand auf einem Privatgrundstück im Häusleweg; hier ist wegen der engen Bebauung die Schneeräumung besonders schwierig.
Wenn gar nichts mehr geht, dann kommt schweres Gerät zum Einsatz, um der Schneemassen in Todtmoos Herr zu werden. Unser Bild entstand auf einem Privatgrundstück im Häusleweg; hier ist wegen der engen Bebauung die Schneeräumung besonders schwierig. | Bild: Andreas Böhm

Der Winterdienst in der Straßenmeisterei wird nach einem festen Schichtplan ausgeführt, der bereits schon im September bei sommerlichen Temperaturen festgezurrt wird. Die Winterdienstfahrzeuge fahren nach einem festen Routenplan, um sicherzustellen, dass keine Straße vernachlässigt oder gar nicht betreut wird.

Sonnig: Am Freitagmittag hat es aufgehört, zu schneien, und blauer Himmel zeigte sich über Herrischried.
Sonnig: Am Freitagmittag hat es aufgehört, zu schneien, und blauer Himmel zeigte sich über Herrischried. | Bild: Sandhya Hasswani

Die Straßenmeisterei Görwihl-Segeten zählt auf ein eingespieltes Team. Im Sommer wie im Winter kümmern sich 30 Mitarbeiter darum, dass auf den Straßen freie Fahrt möglich ist. Zum Team gehören Straßenmeister, Verwaltungsangestellte, Straßenwärter und Auszubildende. Für den Winterdienst gibt es Verstärkung durch einen externen Unternehmer.

Trübe: Unterwegs im Schneetreiben bei Niederwihl.
Trübe: Unterwegs im Schneetreiben bei Niederwihl. | Bild: Peter Schütz

Ein umfangreiches Arsenal an Fahrzeugen und Gerätschaften steht den Hütern der Straße zur Verfügung. Für die Schneeräumung stehen Lastwagen und ein Unimog bereit, ausgestattet mit wuchtigen Seitenschneepflügen und Salzstreuautomaten im Gepäck. Für größere Schneemassen stehen der Straßenmeisterei Görwihl-Segeten noch zwei selbstfahrende Vollfräsen zur Verfügung. Alles wird jederzeit bestens gewartet.

Beschädigt: Zu Schneebruch (abgebrochene Äste oder Bäume durch Schneelasten) kam es an vielen Orten in den Kreisen Waldshut und Lörrach. Damit einher ging eine Reihe von Stromausfällen.
Beschädigt: Zu Schneebruch (abgebrochene Äste oder Bäume durch Schneelasten) kam es an vielen Orten in den Kreisen Waldshut und Lörrach. Damit einher ging eine Reihe von Stromausfällen. | Bild: ED Netze

Ein wichtiger Punkt liegt der Straßenmeisterei am Herzen: „Bei oder nach Unfällen ist es uns ein Anliegen, so schnell, wie es nur geht, wieder einen verkehrssicheren Zustand für jeden Verkehrsteilnehmer herbeizuführen“, so Michael Swientek.

Bedeckt: Eines von zahlreichen Fahrzeugen, das auf dem Parkplatz des Rehazentrums Todtmoos Klinik Wehrawald nach 24 Stunden Dauerschneefall eingeschneit ist. Nun heißt es für den Besitzer, das Auto wieder auszugraben.
Bedeckt: Eines von zahlreichen Fahrzeugen, das auf dem Parkplatz des Rehazentrums Todtmoos Klinik Wehrawald nach 24 Stunden Dauerschneefall eingeschneit ist. Nun heißt es für den Besitzer, das Auto wieder auszugraben. | Bild: Andreas Böhm
Schwer: Der Schnee bog die Bäume und Äste tief, wie hier zwischen Hogschür und Segeten. Wer am Freitagmorgen aus dem Hotzenwald nach Bad Säckingen wollte, der musste sich was einfallen lassen, denn die beiden Verbindungen über Rippolingen und Egg waren durch umgestürzte Bäume vorübergehend nicht passierbar.
Schwer: Der Schnee bog die Bäume und Äste tief, wie hier zwischen Hogschür und Segeten. Wer am Freitagmorgen aus dem Hotzenwald nach Bad Säckingen wollte, der musste sich was einfallen lassen, denn die beiden Verbindungen über Rippolingen und Egg waren durch umgestürzte Bäume vorübergehend nicht passierbar. | Bild: Peter Koch
Auch viele Privatleute setzten Schneefräsen ein, um Wege freizuräumen.
Auch viele Privatleute setzten Schneefräsen ein, um Wege freizuräumen. | Bild: Peter Schütz