„Klänge des Lebens“ nannten Rosemarie Jensen (Gesang) und Christoph Pampuch (irische Harfe) ihr Konzert in der Görwihler Pfarrkirche. Eine Überraschung, so Jensen, sei das Klangergebnis ihrer Spontankompositionen auch für sie selbst. Dabei hatte sich Christoph Pampuch für sein Harfenspiel musikalische Skizzen zur Weite und Unendlichkeit des Weltalls zur Grundlage genommen, während sich Rosemarie Jensen einer, wie sie sich ausdrückte, „freien Herzenssprache“ bediente, die aus einer Mischung von Wörtern, Satzteilen, Silben und Lautmelodien besteht.

Als Textgrundlage dienten ihr Sprüche und Lebensweisheiten, die sie zitierte, bevor sie deren Stimmung atmosphärisch einfing und in musikalischen Ausdruck verwandelte. Pampuch stand ihr zur Seite, indem er seine Harfe auf den Grundcharakter der Textvorlage einstellte und auf jede Nuance in Jensens Vortrag melodisch, rhythmisch und klanglich einging.

Auch lautmalerische Aspekte bezog Jensen mit ein, wenn sie „Geh deinen Weg und lass die Leute reden“ als Kontrast zwischen fröhlich tänzerischen Passagen und aggressiven, unwirschen Rufgesten anlegte. Dabei gestaltete sie ihren Vortrag ausdrucksvoll, unterstützte ihn mit gesprochener Sprache sowie mit ausholender Gestik. Das Gedicht „Es ist was es ist sagt die Liebe“ von Erich Fried verwandelte sie in einen einfühlsamen, wortlosen Liebeshymnus, der immer wieder durch emotionale Zwischenrufe wie „Unsinn – Schmerz – Angst“ unterbrochen wurde.

Perlende Sprachkaskaden und rhythmische Akkordik verliehen dem Satz „Ein Optimist steht nicht im Regen, er duscht unter einer Wolke“ einen fröhlich-tänzerischen Charakter, Marie von Ebner-Eschenbachs Spruch „Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins“ setzten die beiden Künstler als arios liedhafte Harmonie zweier Stimmen um.

Das Rauschen des Windes war ihnen ebenso Vorlage wie gedehnte Tonwiederholungen einen schlafenden Riesen vor das innere Auge der Zuhörer zauberten oder Rufgesten Kraft und Mut verkörperten. Die Momente des Glücks umspielte Pampuch mit raunenden, sanft verwehten, fröhlich plätschernden, dynamisch auf- und niederwogenden Girlanden. Als Zugabe setzten sie einen Spruch musikalisch um, dessen Zuruf sich Jensen aus dem Publikum gewünscht hatte, und bewiesen damit erneut ihre Spontaneitä.