Die meisten der jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen oder Jubiläumsfeiern sind wegen der Coronakrise abgesagt – so auch das Festwochenende vom 12. bis 14. Juni, an dem die Freiwillige Feuerwehr das 125-jährige Bestehen der Abteilung Görwihl feiern wollte. „Unser Feuerwehrfest ist im Moment ersatzlos gestrichen“, berichtet Schriftführer Klaus Flum auf Anfrage dieser Zeitung. Nachfeiern sei denkbar, aber nicht entschieden, so Flum. Das Festwochenende hätte aus einem Festakt, dem Kreisfeuerwehrtag, einer Party und einem Brauchtumsumzug über die Bühne gehen sollen. Zuerst hat der Kreisfeuerwehrverband abgesagt. Worauf sich die Görwihler Feuerwehr laut Flum sagte: „Wenn wir die Feier nicht im Rahmen des Kreisfeuerwehrtags machen können, macht es keinen Sinn.“

Das könnte Sie auch interessieren

Klar ist, wie der Musikverein Oberwihl mit seinem für Anfang Juli geplanten Musikfest vorgeht. „Komplett abgesagt“, berichtet Vorsitzende Jasmin Kaiser. Das Festwochenende sei zwar bereits organisiert gewesen, die Auftritte von Band und befreundeten Vereinen in trockenen Tüchern, aber: „Wir haben mit ihnen abgemacht, dass wir das Fest auf das nächste Jahr verschieben und sie dann auftreten“, so Jasmin Kaiser. Die für die Gastgeber bis dato entstandenen Kosten „halten sich in Grenzen“, sagt sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Dennoch: Das Musikfest gilt als Haupteinnahmequelle des Musikvereins Oberwihl, „und die fällt jetzt weg“. Verschieben kam nicht in Frage, „weil wir nicht wissen, wohin wir verschieben sollen“, so Kaiser, „es ist alles undurchschaubar, man sieht kein Ende“. Verschieben wäre auch deshalb ein Risiko, „weil wir unsicher sind, wie die Menschen reagieren, ob sie überhaupt kommen würden“. Jasmin Kaiser: „Der Verein hätte dann laufende Kosten gehabt, aber keine Einnahmen.“ Für den Musikverein gilt nicht nur „kein Fest“, sondern: „Keine Proben, keine Auftritte“, so Kaiser. Die derzeitige Situation bezeichnet sie als „sehr schwierig für alle Vereine“.

Das könnte Sie auch interessieren

Noch nicht entschieden ist die Durchführung des Rüßwihler Dorffestes vom 10. bis 12. Juli. Dorffestchef Max Oldorf: „Einfach wäre eine Absage und Verschieben ins nächste Jahr. Dazu konnten wir uns aber noch nicht durchringen, die Infolage ist noch zu spärlich, es ändert sich alles wöchentlich.“ Oldorf weiter: „Wir haben beschlossen, bis Anfang Mai zu warten, dann treffen wir die Entscheidung.“ Anfang Mai deshalb, weil die Organisation des Dorffestes dann in die heiße Phase geht – Plakate, Werbung und so fort. „Abgesagt ist immer schnell, aber das Dorffest ist eine wichtige Institution für die Gemeinschaft“, erklärt Oldorf. Das Dorffest findet an verschiedenen Plätzen statt, „es verläuft sich“, sagt er, 1000 Personen würden nicht an einer Stelle zur gleichen Zeit zusammenkommen. Andererseits gibt Oldorf zu bedenken: „Wenn bis Mitte Juli immer noch eineinhalb Meter Abstand und Maskenpflicht besteht – so kann ich mir das Dorffest nicht vorstellen.“

Absagen auch in Herrischried und Rickenbach: Nachdem die Trachtenkapelle Hogschür ihr Jahreskonzert am 25. April abgesagt hat, verzichtet sie auch auf das Vatertagsfest am 21. Mai. Gleiches Schicksal erleiden das Maigrillen auf der Gugel, der ADAC Automobil-Slalom und das Frühlingsfest des Gewerbevereins in Herrischried. Abgesagt sind auch: das Maiblasen des Musikvereins Rickenbach und weiterer Vereine, der verkaufsoffene Sonntag mit Naturparkmarkt in Görwihl, das Dorffest Willaringen, das große Saderlachtreffen in Görwihl Ende Juni mit 25-jährigem Jubiläum. Offen ist, ob das für den 1. August geplante Open Air vom Fußballverein Eintracht Wihl in den September verschoben wird. Der Hintergrund der Absagen: Großveranstaltungen sind in Deutschland bis zum 31. August 2020 untersagt.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €