Interessierte haben die Ausführungen zum ersten Entwurf für den Umbau der Görwihler Pfarrkirche verfolgt, den die Architekten des erzbischöflichen Bauamts, Holger Schwartz und Markus Sauer, in der Pfarrgemeinderatssitzung vorstellten. Nach einer Diskussion im Gremium forderte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dagmar Keck die Gäste auf, ihre Anregungen einzubringen. Als nächster Schritt kommt der Entwurf zur Diskussion in die Gremien der Pfarrei, zudem kann jeder seinen Beitrag schriftlich im Briefkasten des Pfarrbüros hinterlassen.

Eine interessante Aufgabe nannte Holger Schwartz die Umgestaltung der Kirche mit dem Labyrinth als Dreh- und Angelpunkt. Der Entwurf sieht vor, das Labyrinth in die Hauptachse zwischen Eingang und Altarraum und die Seiteneingänge zu verlagern und fest in die Steinplatten des Kirchenbodens einzulassen. Quasi als Spiegelung ist ein Deckensegel vorgesehen mit Beleuchtungs- und Schalldämmfunktion. Das Hauptschiff soll Weite und Ruhe ausstrahlen. Bei größeren Gottesdiensten können Labyrinth und Kirchenraum bestuhlt werden.

Der Chorraum wird auf bis zu 100 Sitzplätze erweitert.
Der Chorraum wird auf bis zu 100 Sitzplätze erweitert. | Bild: Karin Steinebrunner

Im Gegenzug soll der Chorraum für die meist kleineren Gottesdienste aktiviert, nach vorn erweitert und als Chorinsel mit einer Sitzkante abgehoben werden. Um die Schutzmantel-Madonna stärker zur Geltung zu bringen und sie eventuell rund um die Uhr zugänglich zu machen, schlug Schwartz vor, sie ins Turmzimmer zu versetzen, das einen Zugang von außen und innen hat und seiner Meinung nach eine besondere Atmosphäre bietet, da dort das eigentliche Alter der Kirche noch deutlich sichtbar ist. Der bisherige Platz der Madonna könnte zum Stuhllager werden.

Knackpunkte sind Akustik und Beleuchtung

Als Knackpunkte für die Planung bezeichneten die Architekten Akustik und Beleuchtung. Hierfür sollen Fachberater hinzugezogen werden. Auch für das Heizungskonzept gibt es Vorstellungen, die weiter ausgearbeitet werden müssen, etwa dahingehend, die Warmluftkanäle auf Heizregister mit Wasser als Wärmeträger umzustellen.

In der Diskussion mit den Pfarrgemeinderäten wurde unter anderem das Thema Barrierefreiheit angesprochen. Die Architekten betonten die Vorläufigkeit des Entwurfs, der die Richtung aufzeigen solle, aber viel Raum für Details lasse. Dem Wunsch, das Labyrinth im jetzigen Zustand zu belassen, entgegneten die Architekten, es sei als Provisorium genehmigt worden. Nachdem es sich bewährt habe, solle es von der Materialqualität und seiner Bedeutung für diesen speziellen Kirchenraum entsprechend gewürdigt werden.

Zwei Einwänden, die Umgestaltung sei zu radikal, hielten die Befürworter und die Architekten entgegen, hier biete sich die einmalige Chance, eine zukunftsträchtige Kirche zu gestalten, das Görwihler Konzept als einzigartig, auch im Hinblick auf die zukünftige Großpfarrei, hervorzuheben. „Wir verlieren nichts“, so Dagmar Keck, im Gegenteil, so Pfarrer Stahlberger, gewinne die Pfarrei mit der Umgestaltung neben den fünf klassischen Kirchen einen weiteren Ort, der auf der Suche befindlichen Menschen eine Chance biete, ihre Spiritualität zu finden.

Der Pfarrgemeinderat will einen von Diakon Günter Kaiser entworfenen Brief ans Ordinariat durch Unterschriften zu unterstützen, in dem er zu Bedenken gibt, Bad Säckingen nicht automatisch als Sitz von Pfarrer und Verwaltung in der Großpfarrei zu etablieren Durch dessen Randlage, abgesehen vom Energieaufwand, wäre eine Benachteiligung der weit entfernten Orte programmiert. Rechnerisch liege die Pfarrei St. Wendelinus Hotzenwald genau mittig in der künftigen Großpfarrei.