Die Eucharistiefeier am Sonntagabend in der Görwihler Kirche hatte gleich mit drei Besonderheiten aufzuwarten. Zum Einen hatte sich Kontrabassist Jonas Hoenig eingefunden, um die Messe musikalisch zu begleiten, zum Zweiten sang das Herz-Ensemble die Uraufführung des von Klavierbegleiter Peter Szczotok komponierten Liedes „Gott ist Liebe“, zum Dritten wurde am Ende der Messfeier ein Scheck über 1600 Euro für die Pfarrei in Hale überreicht.

Die Organisation

Der Scheck kommt von Inner Wheel, der größten Frauen-Service-Organisation der Welt mit 105.000 Mitgliedern in 105 Ländern auf fünf Kontinenten. Die Geschichte von Inner Wheel begann in England während des Ersten Weltkrieges, als Frauen von Rotariern die sozialen Aktivitäten ihrer im Krieg befindlichen Männer fortführten. Die Ziele von Inner Wheel sind kurz gefasst Freundschaft, soziales Engagement und internationale Verständigung. Durch die Vorsitzende von Inner Wheel Markgräflerland, Judith Becker, die Pfarrer Bernhard Stahlbergers Ernährungsmedizinerin ist, kam der Kontakt zustande.

Das Projekt

Franz Maise, Görwihler Pfarrgemeinderat und stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats, erläuterte für den Freundeskreis Hale, wofür diese Spende gedacht ist. Die Pfarrei St. Wendelinus unterstützt den Kindergarten in der Partnergemeinde Hale in Tansania. 55 Kinder werden dort betreut, inzwischen auch Kinder mit Behinderungen. Für die Familien mit behinderten Kindern bietet das Pfarrzentrum zudem Therapiewochen an, in denen die Eltern geschult werden, wie sie ihre Kinder fördern können. Die in Herrischried und Rickenbach gesammelten Sternsingergelder fließen in diese Maßnahmen. Bislang gab es keine angemessene Übernachtungsmöglichkeit für die Familien, die diese Therapiewochen besuchen. Dank der Spende von Inner Wheel Markgräflerland wird nun ein Schlafraum gebaut werden können.

Die Predigt

In seiner Predigt ging Pfarrer Bernhard Stahlberger auf Erwartungen und Verhaltensmuster innerhalb der Familie ein und plädierte für einen gegenseitigen Umgang auf Augenhöhe und für ein gegenseitiges sich Einbringen in die Gemeinschaft. Diese Art des Umgangs sei auch in Bezug auf Hale in Tansania angemessen, und wer sich dergestalt nach dem Willen Gottes einbringe, sei ein Glied der Familie Christi. Passend zu dieser Aussage sang das Herz-Ensemble erstmals das neu komponierte, von weihevoller Freunde getragene Stück „Gott ist Liebe“.

Die Musik

Jonas Hoenig hatte den Gottesdienst eingeleitet mit dem, wie auch alle übrigen Stücke gezupften Beatlestitel „Eleanor Rigby“. Sanft und doch bestimmt, mit immer länger werdenden Perioden den ursprünglichen Gedanken variierend, erklang zur Gabenbereitung „It Might As Well Be Spring“ von Charlie Haden.

Kontrabassist Jonas Hoenig begleitete die Eucharistiefeier in Görwihl musikalisch.
Kontrabassist Jonas Hoenig begleitete die Eucharistiefeier in Görwihl musikalisch. | Bild: Karin Steinebrunner

Zur Kommunion spielte Hoenig in beinahe tänzerisch anmutendem Gestus das rhythmisch bewegte „Isn‘t She Lovely“ von Stevie Wonder, und zum Auszug kredenzte er den Gottesdienstbesuchern noch ein eigenes Stück, bei dem er mit kleinen Pausen dem Nachhall der Töne Raum gab und die melodische Linie mit diversen Doppelgriffen würzte.