Den etwas anderen Gottesdienst hatte der Flyer, der für den Sonntag einlud, versprochen. Nach der ersten großen „Communitas“-Veranstaltung in der Rotmooshalle im vergangenen November, bei der sich alle Gruppierungen der Seelsorgeeinheit St. Wendelinus Hotzenwald präsentiert hatten, sollte an diesem Sonntag wiederum im Zeichen von „Communitas“ der Gottesdienst im Pfarrgarten in Görwihl stattfinden als Zeit der Begegnungen, des Miteinanders und des er- und gelebten Glaubens. Witterungsbedingt musste diese Veranstaltung, die ursprünglich schon zu Corona-Lockdown-Zeiten hätte stattfinden sollen, wieder verschoben werden, allerdings diesmal lediglich vom Pfarrgarten in die Pfarrkirche.

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Alle Gottesdienstbesucher waren aufgefordert worden, ein Stück Brot und ein Glas mitzubringen. Die Ministranten schenkten vor dem Beginn des Gottesdienstes wahlweise Wein oder Traubensaft aus. Pfarrer Bernhard Stahlberger gab zu Beginn des Gottesdienstes den Anwesenden Raum, Dank zu sagen für Erlebnisse und Begegnungen von oder Gedanken über die abgelaufene Kulturwoche, wovon vor allem von auswärts angereiste Gäste Gebrauch machten. Im Gottesdienst dann forderte er alle auf, den Wandlungstext gemeinsam zu sprechen, jeder mit dem je eigenen Brotstück und dem Glas in der Hand.

In dem etwas anderen Gottesdienst im Zeichen von Communitas wirkten am Sonntag auch Kunstschaffende vom diesjährigen Görwihler Kultursommer mit.
In dem etwas anderen Gottesdienst im Zeichen von Communitas wirkten am Sonntag auch Kunstschaffende vom diesjährigen Görwihler Kultursommer mit. | Bild: Karin Steinebrunner

Auch sonst beinhaltete dieser Gottesdienst Ungewohntes. So wurden die Gläubigen angehalten, anstelle von Fürbitten einfach die Namen derer laut auszusprechen, denen ihr Gedenken galt. Die Brass Band „Brassanas“ umrahmte den Gottesdienst mit ihrem Spiel coronaangepasst von der Empore aus, Wolfgang Daiss und Jonas Hoenig begleiteten mit E-Gitarre und E-Bass die Lieder aus dem Gotteslob und Pianist Alexander Reitenbach spielte zur Kommunion.

In dem etwas anderen Gottesdienst im Zeichen von Communitas wirkten am Sonntag auch Kunstschaffende vom diesjährigen Görwihler Kultursommer mit.
In dem etwas anderen Gottesdienst im Zeichen von Communitas wirkten am Sonntag auch Kunstschaffende vom diesjährigen Görwihler Kultursommer mit. | Bild: Karin Steinebrunner

Neben diesen Musikern vom Kultursommer wirkte Brigitte Sommer, die Künstlerin, die in Hogschür ihren Kreuzweg präsentiert hatte, bei diesem Gottesdienst mit, indem sie über die Rolle des Kreuzes in ihrer Kunst sprach. Der unverständliche Hass und die Aggression, die in der heutigen Gesellschaft herrschten, so Sommer, habe sie dazu gebracht, auch neuere Texte über den Kreuzweg nachzulesen. Daraus seien zunächst sieben Arbeiten entstanden, die sie auch in der Kirche ausgebreitet hatte, eine davon auf einem Stativ vor dem Altarraum. Die Beschäftigung mit diesen Arbeiten habe ihr geholfen, Ängste zu verarbeiten.

Im Anschluss an den Text des Evangeliums, in dem Jesus den Jüngern seinen Kreuzweg ankündigt, drehte sich auch Stahlbergers Predigt um das Kreuz. Wie das Kreuz in der Musik, das die Note erhöhe, für die Spieler aber oft unbequem sei, so solle jeder versuchen, sein Kreuz auf sich zu nehmen, es als beschwerlich, aber zugleich wohltuend zu begreifen, das Wort vom richtenden Jesus nicht im Sinne von verurteilend, sondern im Gegenteil von aufrichtend zu verstehen. Vieles im Leben sei für uns unverständlich, der Glaube, dass unser Kreuz zu tragen uns erhöhe, sei ein Versuch, darin einen Sinn zu finden. Wo die Seele verletzt werde, könnten Kunst, Musik, Begegnung mit Menschen helfen. Kreuze erinnern uns daran, so Stahlberger, in der Spur zu bleiben und gut aufeinander Acht zu geben, um ein friedvolles Miteinander zu leben und für sich selbst Zufriedenheit zu finden.

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