Zu einem ganz besonderen Muttertagskonzert hatte die Katholische Kirchengemeinde in die Görwihler Pfarrkirche geladen. Drei Mitglieder des renommierten Freiburger Barockorchesters, Geiger Gottfried von der Goltz, Cellistin Annekatrin Beller und Cembalist Torsten Johann präsentierten „Musik aus dem Hause Bach“, wobei sie auch gleich die Moderation der Stücke mit übernahmen.

Das Trio spielte zwei aus der Feder des Meisters stammende Sonaten, nämlich die in G-Dur, BWV 1021, sowie die in e-moll, BWV 1023. Auch die Gavotte BWV 1019a sowie die Fuge g-moll BWV 1026 können als Bachs Originale gelten. Daneben hatten sie aber auch Stücke mit zweifelhafter Autorenangabe aus der Werkstatt Bachs im Gepäck wie die c-moll-Sonate BWV 1024 oder die A-Dur-Sonate BWV Anh. II 153.

Gottfried von der Goltz brillierte mit flinkem Spielwerk, markanten Akkorden und feinsinnigen dynamischen Abstufungen, gab aber auch dem Cello Raum für geschmeidig anmutige Zwiegespräche, während sich das Cembalo als dezenter, ebenso flüssiger wie nuancierter Klangträger im Hintergrund hielt.

Die c-moll-Sonate, die ebenso galante, auf die späteren Kompositionen der Bachsöhne verweisende, wie archaisch strenge Abschnitte aufweist, begann Gottfried von der Goltz mit großer, beinahe theatralischer Geste und kommunizierte gegen Ende dieses Adagios eindringlich mit dem Cembalo. Hatte sich das Cello hier mit langen Notenwerten begnügt, so meldete sich Annekatrin Beller in der anschließenden Fuge mit rasantem Tempo und fliegenden Läufen zu Wort. Der dritte Satz, ein ausgesprochen zartes, kantables Andante mit gezupftem Cello und einem besinnlichen Cembaloschluss, war ganz auf die Geige ausgerichtet. Der vierte Satz schließlich, ein Rondo, bildete in aparter Folge unterschiedliche Charaktere aus.

Die A-Dur-Sonate, die möglicherweise von Telemann stammen könnte, weicht, so möchte man meinen, in ihrem Charakter tatsächlich etwas von der formal logisch durchdachten Bach‘schen Strenge ab. Auf ein ausgeprägt melodiöses Adagio folgt ein an die furiosen Melodiekaskaden Vivaldis erinnernder schneller Satz.

Die Bach zugeschriebene e-moll-Sonate beweist eindrücklich Bachs Vielseitigkeit. So beginnt sie mit einem ausgedehnten, improvisatorisch anmutenden Geigenpart, der einem furiosen Ausbruch à la Vivaldi in nichts nachsteht, gefolgt von einem mit aufsteigenden Gängen im Cello angereicherten Adagio.