Wie könnte die zukünftige Heizstrategie für die Kirche in Görwihl aussehen? Dies war das Thema eines Treffens von Florian Schmid von der Energieagentur Regio Freiburg, Architekt Sauer vom Erzbischöflichen Bauamt, Mitarbeitern der Verrechnungsstelle aus Schopfheim sowie einigen wenigen Interessierten im Görwihler Pfarrsaal. Die Entwicklung dieser Strategie wurde im Rahmen des Projektes „Energie & Klima in Kirchen“ erarbeitet. Bei der Präsentation legte Florian Schmid Wert darauf, dass auch nachträglich eingebrachte Ideen in die endgültige Ausarbeitung der Heizstrategie einfließen sollen.

Als Basis für die Erarbeitung der Heizstrategie nannte Schmid drei wesentliche Punkte: Den Schutz von Bausubstanz und Gegenständen, die größtmögliche Energieeinsparung (die Erzdiözese plant bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität zu erreichen) sowie die thermische Behaglichkeit für die Besucher.

Die Görwihler Kirche wurde 1864 erbaut, 1967 und 1971 innen sowie 1997 außen renoviert und befindet sich baulich in einem guten Zustand. Sie ist denkmalgeschützt und im Besitz einer historischen Orgel.

Beheizt wird sie über eine Holzhackschnitzelheizung der Gemeinde Görwihl. Über einen Wärmetauscher im Keller der Kirche gelangt die Wärme mittels eines Hypokaustensystems im Fußboden sowie über Schächte ins Kircheninnere. Der Versorgungsvertrag mit der Gemeinde Görwihl existiert seit 2009.

Laut Aussage der anwesenden Kirchenbetreuer war mittels der ursprünglichen Anlage eine schnellere und effektivere Aufheizung möglich gewesen. Möglicherweise stellen die divergierenden Nutzungszeiten zwischen der Kirche und anderen Gemeindeeinrichtungen hier ein Problem dar. Die Kirche wird für die Nutzung am Sonntag aufgeheizt, während die Temperatur für andere an die kommunale Heizung angeschlossene Einrichtungen gerade dann gedrosselt werden kann. Hier wäre der Einbau eines größeren Wärmetauschers vielleicht die wirtschaftlichste Lösung.

Zur Erreichung der Klimaziele der Erzdiözese schlägt diese eine Basistemperatur von acht Grad sowie eine Nutztemperatur von 13 Grad vor. Bisher betrug die Basistemperatur in der Görwihler Kirche zehn Grad, die Nutztemperatur 16 Grad. Problematisch war dabei, dass die relative Feuchte teilweise stark unter den empfohlenen Wert absank, weshalb der energieintensive Luftbefeuchter in der Orgel in Aktion treten musste. Die während des Messzeitraums zwischen Anfang Dezember 2019 und Mitte Mai 2020 vorgenommene Korrektur der Basistemperatur hat hier Verbesserungen erzielt, wobei Schmid gegebenenfalls für den Einsatz einer Umfeldheizung für die Orgel während deren Benutzung plädierte.

Die einprogrammierte sonntägliche Aufheiz- und Nutzungszeit hält Schmid für erheblich zu lang. Diese beginnt um 4 Uhr, dann wird versucht, bis 21 Uhr die Nutzungstemperatur aufrechtzuerhalten. Tatsächlich wünscht er sich eine Reduzierung dieses Zeitraums auf 10 bis 19 Uhr, allerdings bei verdoppelter Aufheizleistung.

Im Zuge der regen Diskussion wurde auch die erhebliche Zugluftproblematik in der Görwihler Pfarrkirche angesprochen, die vor allem an kalten Tagen dazu führt, dass die Nutzungstemperatur rapide unter den empfohlenen Wert absinkt, sobald mehrfach die Türe auf und zu geht. Letztlich nahm Schmid die Empfehlung mit, die Auswirkungen der Schaffung zusätzlicher Warmluftauslässe sowohl im Bereich direkt gegenüber dem Windfang als auch im Chorraum zu prüfen, wo inzwischen vermehrt Veranstaltungen stattfinden. Auch die Anregung kam aus der Runde, in Fällen, in denen ausschließlich der Chorraum benutzt wird, eine Blockiermöglichkeit für die Aufheizung des Kirchenraums zu prüfen. Da der Projektzeitraum bis ins kommende Frühjahr reicht, erwartet Florian Schmid im Rahmen der künftigen Zusammenarbeit eine weitgehende Klärung der hauptsächlich angesprochenen Probleme.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €