Kommt ein Mensch zur Welt, ist die Freude groß. Flugs erwacht der Handwerker im Papa und wird aus einer Platte Holz ein Storch gesägt, schön bemalt, an einen Baumstamm gebunden und in die Höhe gereckt. Kleine Wiege dazu, wenn es Deluxe-Premiumqualität werden soll, sonst genügt ein Namensschild.

Aber was ist, wenn Zwillinge zur Welt kommen? Sollen dann zwei Störche hergestellt werden, im Sinn von doppelt gemoppelt et cetera? Natürlich nicht, denn ein Storch allein reicht aus, schließlich haben die Vögel so viel Muckis, dass sie zwei Wiegen in einem Schnabel durch die Luft tragen können.

Und was ist, wenn der werte Papa keine Lust auf Storch hat, außer in gebratenem Zustand? Wenn der werte Papa keine Zeit für kreative Bastelstunden hat, weil er umgeben von zwei Neugeborenen alle Hände voll zu tun hat und zudem noch zwecks Geldverdienen arbeiten muss?

Dann kommen die Freunde und der Bruder, die machen hopplahopp etwas, woran sich alle noch lange erfreuen. Wie im Fall der Rüßwihler Familie, die neulich mit Zwillingen gesegnet worden ist. Dort haben die Freunde und der Bruder zwei außergewöhnliche Babyschilder geschaffen und damit den Hauseingang der Familie geziert, sodass allen klar ist: Hier sind eineiige Mädels daheim.

Die Babyschilder stellen zwei Fußballerinnen dar, was Sinn macht, denn hergestellt haben sie Mitglieder des Fußballvereins Eintracht Wihl. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Mädels nur in der Trikotfarbe. Wer genauer hinsieht, entdeckt an den Shorts die Vereinslogos zweier Bundesliagvereine, das vom SC Freiburg und eins von Werder Bremen. Was den Kollegen in der Redaktion in Bad Säckingen zu folgendem Kommentar verleitet hat:

„Anbei eine Nachricht vom 29. November, die Schlimmes fürs Kinderzimmer befürchten lässt: Ein unschönes Ende nahm am vergangenen Samstag das Bundesligaspiel des SC Freiburg gegen Werder Bremen für zwei Bad Säckinger Fußballfans unterschiedlicher Vereine: Auf der Rückfahrt mit dem Zug – beim Umsteigen im Badischen Bahnhof in Basel – kam es zu einer Tätlichkeit, die nun Gegenstand polizeilicher und staatsanwaltlicher Ermittlungen geworden ist. Ein Werder-Fan aus Harpolingen wurde dabei von einem SC-Anhänger derart verletzt, dass er in einem Spital in Basel notoperiert werden musste. Der Tatverdächtige wurde daraufhin von der Kantonspolizei Basel in Gewahrsam genommen“, so hieß es Ende November in der Zeitung.

Bleibt zu hoffen, dass das Kinderzimmer in Rüßwihl wegen fußballerischer Meinungsverschiedenheiten nie Schauplatz von Gewalt oder gar zum Gegenstand polizeilicher Ermittlungen werden wird. Sollten sich dennoch jetzt schon die Anzeichen dafür häufen, bleibt nur eines: Finger weg vom Fußball! Es gibt ja noch andere schöne Dinge im Leben. Zum Beispiel Minigolf.


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