Marco Schuler aus Mauchen präsentierte am Montag im Rahmen des Görwihler Sommers sein Gemälde „Savior – der Retter“, eingebettet in das Konzert von Geigerin Miriam Klüglich und Pianist Harald Sinot, die Werke von Beethoven, Brahms und Franck interpretierten. Den Apéro danach besorgte die Frauengemeinschaft Engelschwand. Der Altarraum war mit Besuchern gut gefüllt.

Schulers Gemälde „Savior – der Retter“.
Schulers Gemälde „Savior – der Retter“. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Pfarrer Bernhard Stahlberger hatte sich von Marco Schuler ein Werk gewünscht, das eventuell auch für den Friedhof geeignet wäre, und zusammen mit der seitens des Künstlers getroffenen Vorentscheidungen bezüglich Format und Farbgebung sei dann dieses Gemälde entstanden. Ungeplant, quasi um den „Horror vacui“, die Angst vor der Leere, zu brechen, so Schuler, habe er zunächst die Grundierung in verschiedenen Farben aufgetragen, um aus dem zufällig entstandenen Muster das Motiv und dessen Gestaltung letztlich herzuleiten. Das Entstandene sei stark erzählerischer Natur. Zuerst sei der Sensenmann auf der rechten Bildseite entstanden, der aushole, um sein Gegenüber niederzustrecken. Diese Figur indes bekommt Hilfe durch eine kleine, engelhafte Gestalt, die einen Sternenschweif hinter sich herzieht.

Miriam Klüglich und Harald Sinot gaben ein nuancenreiches, ausdrucksstarkes Konzert mit Werken von Beethoven, Brahms und Franck.
Miriam Klüglich und Harald Sinot gaben ein nuancenreiches, ausdrucksstarkes Konzert mit Werken von Beethoven, Brahms und Franck. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Das Konzert hatte begonnen mit einem grandios interpretierten ersten Satz von Beethovens „Kreutzersonate“. Miriam Klüglich und Harald Sinot ließen sich ganz auf die explosive Kraft dieser Musik ein. Das zweite Stück, Brahms‘ A-Dur-Sonate aus dem Jahr 1886, also eher dem Spätwerk des Komponisten zuzurechnen, ist im Gegensatz zu Beethovens Werk ausgesprochen lieblich und lässt an manchen Stellen schon den Übergang zur schwebenden Zartheit des Impressionismus erahnen.

Marco Schuler erläuterte sein Gemälde „Savior – der Retter“.
Marco Schuler erläuterte sein Gemälde „Savior – der Retter“. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Mit graziler Leichtigkeit reichten Geige und Klavier im ersten Satz das Thema einander hin und her, jeweils mit einer kleinen Seufzerfigur des Partners kommentiert, nachdem das Klavier ganz liedhaft begonnen hatte, zunächst nur von sanften Einsprengseln der Geige begleitet. Der zweite Satz gestaltete sich als abwechslungsreiche Mischung aus gemütvoller Wohligkeit und leicht tänzerischem Scherzen, in die sich auch neckische Pizzicati und strahlende melodische Höhenflüge einstahlen. Der dritte Satz wirkte mit seinen geheimnisvollen Klavierarpeggien und den zart geschwungenen, den Taktschwerpunkt verschleiernden Melodiebögen ausgesprochen graziös, wiewohl er in einen breit ausgesungenen Schluss mündete.

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Den krönenden Abschluss des Abends bildete die ebenfalls 1886 entstandene viersätzige Sonate von César Franck, deren hoch anspruchsvoller Klavierpart in seiner kompositorischen Dichte streckenweise an den Orgelvirtuosen Franck gemahnt. Dies zeigt sich schon im ersten Satz, in dem die Geige immer wieder dem Klavier Raum gibt für fulminante Zwischenspiele.

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Im zweiten Satz stimmt sich die Geige vollends in die virtuose Dramatik mit ein, ergänzt den Nuancenreichtum des gemeinsamen Spiels noch durch lyrische Momente. Schicksalsschwere Akkorde im Klavier, gefolgt von einer Solopassage der Geige, leiten den dritten Satz ein, der in eine weich fließende und zugleich ausdrucksvolle Klangfantasie mündet. Als Zugabe hatten die beiden Künstler ein bezauberndes kleines Stück nach Art des französischen Impressionismus eines Debussy mitgebracht, das Miriam Klüglichs Bruder im Rahmen seines Musiktheoriestudiums in Freiburg komponiert hat.

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