„Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom monopoler Energiepolitik und behördlicher Instanzen schwimmen“: So beschreibt Andrea Simma im neuen Film „Unter Strom – Wasserkraft im Südschwarzwald„ die Ausgangslage von Kleinwasserkraftwerken. Simma hat den Film zusammen mit Julian Aicher und der Interessengemeinschaft „IG Kleine Wasserkraft Südschwarzwald-Hochrhein„ produziert. Dieser ist im Internet bei Youtube zu sehen und geht allmählich auf die 1000-Klicks-Marke zu.

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In dem Film treten unter anderem Richard und Lenore Eschbach aus Rüßwihl auf. Das Paar schildert die Schwierigkeiten, ein altes Wasserkraftwerk an der Schwarzen Säge, die 2014 eingestellt wurde, wieder in Betrieb nehmen zu können. Aber: „Die Behörde hat vor, das Wehr komplett wegzureißen und den 140 Meter langen Kanal verlanden zu lassen“, berichtet Richard Eschbach.

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Der in punkto Kleinwasserkraftanlagen schon seit langem im Clinch mit den Behörden steht: Seit 1985 streitet er mit dem Landratsamt Waldshut darüber, ob er den Schildbach zwischen Rüßwihl und Tiefenstein zur Stromgewinnung nutzen darf. Eschbach ist nicht der Einzige, dessen Antrag auf Bau einer kleinen bislang Wasserkraftanlage keinen Erfolg hatte. Franz Albiez (Herrischried), Herbert Nägele (Rotzingen) oder Thomas Bächle (Weilheim), um nur einige zu nennen, erging es ebenso. Immerhin: Bächle darf mehrere kleine Wasserkraftwerke im Landkreis Waldshut betreiben, hält jedoch fest: „Bei einem Termin vor Ort kommt sich der Antragsteller vor wie ein Verbrecher.“ Dabei, so Bächle, „kämpfen wir mit unseren einfachen Mitteln für eine lebenswerte Welt und eine Energiewende, die ihren Namen verdient“.

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Der Film „Unter Strom – Wasserkraft im Südschwarzwald„ stützt die Forderung der „IG kleine Wasserkraft Südschwarzwald-Hochrhein„ nach mehr Kleinwasserkraftwerken. Im Südschwarzwald könnte viel mehr Strom produziert werden, erklären die Filmemacher mit Blick auf das Trockenjahr 2018, als Hunderttausende junger Leute für mehr Klimaschutz auf den Straßen gingen. Da ergibt sich für Julian Aicher die Frage: Könnten Erneuerbare Energien mehr Strom liefern? Die Antwort liefert er gleich selber: „Ja – viel mehr. Mehr als Deutschland braucht. Zum Beispiel Wasserkraft im Südschwarzwald.“

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Aicher weiter: „Im Landkreis Waldshut liefern Kleinwassertriebwerke schon heute, Stand Mai 2019, Elektrizität für 15 000 bis 20 000 Privatpersonen. Es könnten fünf bis zehn Mal so viel sein, für über 100 000 Leute.“ Diese Zahlen haben die Kleinwasserkraftler vor Ort errechnet. Also Experten mit Praxiserfahrung. Vor allem die Elektriker Thomas Bächle und Richard Eschbach prüften an ehemaligen Wasserkraft-Standorten die Potenziale.

Lenore und Richard Eschbach (links, mit Julian Aicher) im Film „Unter Strom – Wasserkraft im Südschwarzwald“.
Lenore und Richard Eschbach (links, mit Julian Aicher) im Film „Unter Strom – Wasserkraft im Südschwarzwald“. | Bild: Peter Schütz

Erfreulich: Wasserkraft bestärkt Naturschutz. So sanierte Thomas Bächle im Südschwarzwald ein altes Stauwehr. Diese Barriere hilft jetzt, ein neues Wassertriebwerk in Schwung zu halten. Am Stauwehr selbst siedelten sich Deutsche Steinkrebse an. Das alles und noch viel mehr zeigt der Film „Unter Strom – Wasserkraft im Südschwarzwald„.