Der weltweit tätige Technologiekonzern Freudenberg meldet eine gute Geschäftsentwicklung 2017. Der Umsatz sei um mehr als 18 Prozent von 7,9 auf 9,4 Milliarden Euro gestiegen, hieß es am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Weinheim. Auch nach Berücksichtigung von Firmenzukäufen und Einmaleffekten liege der Umsatz um rund 4 Prozent oder 322 Millionen Euro über dem des Vorjahrs. Zum positiven Konzernergebnis von 700 Millionen Euro (Vorjahr 519 Millionen) habe auch das Werk Oberwihl beigetragen.

Mit 390 Mitarbeitern (23 mehr als im Vorjahr) ist Freudenberg Oberwihl einer der größten industriellen Arbeitgeber im Landkreis. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet an dem mehr als 60 Jahre alten Standort O-Ringe und hat ein eigenes Mischwerk zur Herstellung von Gummimischungen. "Das Geschäftsjahr 2017 verlief sehr gut. Die Nachfrage nach O-Ringen ist aus allen Industrien hoch. Die Produktionsanlagen waren voll ausgelastet", erklärte eine Unternehmenssprecherin zum Gang der Geschäfte.

Rund ein Drittel seines Umsatzes erreichte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge mit Produkten, die die jünger als vier Jahre sind. „Wir sind unserem Ziel, eines der innovativsten und effizientesten Technologieunternehmen zu werden, ein gutes Stück nähergekommen“, wird in einer Pressemitteilung CEO Mohsen Sohi zitiert. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebit) 2017 gab Sohi ohne Einmaleffekte mit 797,6 Millionen Euro (Vorjahr 677,5 Millionen) an. „Die anhaltend hohe Ertragskraft ist ein Resultat der konsequenten Maßnahmen zur Produktivitäts- und Effizienzsteigerung.“

„Wir haben wieder kräftig investiert und unsere Investitionsquote ohne die Berücksichtigung von Akquisitionen auf 5,4 Prozent ausgebaut“, wird CFO Ralf Krieger zitiert. Insgesamt habe Freudenberg im Jahr 2017 rund 670 Millionen Euro in Produktionsanlagen, Sachanlagen, Gebäude und immaterielle Vermögenswerte investiert. Davon flossen laut Freudenberg rund 175 Millionen Euro in Deutschland. In Forschung und Entwicklung steckte Freudenberg mit 427,8 Millionen Euro mehr als ein Viertel mehr als im Vorjahr (335,1 Millionen).

Im Berichtsjahr arbeiteten durchschnittlich 3445 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung, davon 1662 in Deutschland. Insgesamt beschäftigte Freudenberg zum Jahresende 47653 Mitarbeiter. In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl von 11246 auf 11472. 138 junge Menschen begannen vergangenes Jahr bei deutschen Freudenberg-Gesellschaften eine Ausbildung. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen 394 Auszubildende und Studenten, davon 17 in Oberwihl. Hier sei es wegen der Nähe zur Schweiz besonders schwierig neue Mitarbeiter zu finden.

Freudenberg startet in das neue Geschäftsjahr mit einem Auftragsbestand, der leicht über dem Vorjahreswert liegt. Grund hierfür sei die in der Gesamtsicht positive Marktentwicklung in den meisten Geschäftsgruppen, hieß es. Insgesamt will Freudenberg 2018 Investitionsprojekte im Wert von rund 400 Millionen Euro starten, davon rund 100 Millionen Euro in Sachanlagen in Deutschland.