Die Spannung steigt an den Schulen auf dem Hotzenwald, denn das neue Schuljahr, das am Montag startet, wartet vielerorts mit neuen Herausforderungen auf. Das gilt besonders für die Schulen in Herrischried und Görwihl. Die eine kann mit einem zusätzlichen Angebot punkten, die andere hat ihr Angebot zurückfahren müssen. Immerhin: Alle Schulen geben an, personell bestens ausgestattet zu sein.

Erstmals Mittlere Reife an der Gemeinschaftsschule Hotzenwald in Herrischried

Voller Vorfreude blicke sie auf das bevorstehende Schuljahr, sagt Marianne Husemann, Rektorin der Gemeinschaftsschule Hotzenwald: "Erstmals werden Schüler bei uns den Realschulabschluss machen." 15 Gemeinschaftsschüler peilen dieses Ziel an. Zwei Jahre hat sich die Gemeinschaftsschule auf diesen Tag vorbereitet und dabei nicht nur mit Realschulen in der Umgebung zusammengearbeitet. Man könne sich auch auf kompetente Realschullehrer im eigenen Kollegium stützen, so Husemann.

"Insgesamt ist das sicherlich ein großer Standortvorteil für den gesamten Hotzenwald, denn es trägt dazu bei, junge Leute in der Region zu halten." Aufgabe der Politik sei es nach Husemanns Ansicht, dieses Pfund, mit dem die Gemeinschaftsschule wuchern könne, durch eindeutige Entscheidungen auch entsprechend zu vermitteln, denn es sei bei Eltern viel Verwirrung hervorgerufen worden.

Insbesondere gelte dies im Hinblick auf die Möglichkeiten, die der Gemeinschaftsschul-Besuch für Kinder biete: "Bei uns gibt es eben nicht nur eine Light-Version der Mittleren Reife, sondern das Original. Man muss sich aber erst in Klasse 9 festlegen", so Husemann.

41 Fünftklässler werden zum neuen Schuljahr in zwei Klassen an der Gemeinschaftsschule starten. Insgesamt werden 245 Schüler die Gemeinschaftsschule besuchen. Sie werden von 21 Lehrern unterrichtet. Zwei davon sind neu an der Schule: "Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir dieses Jahr ohne Personalsorgen ins Schuljahr starten und eine vollständige Unterrichtsabdeckung bieten können", so Marianne Husemann.

Nur noch Grundschule in Görwihl

Ein "spannendes Jahr des Neuanfangs" steht in Görwihl an. Erstmals werden in Görwihl nur noch Grundschüler unterrichtet. Ambitionen, irgendwann einmal wieder etwas daran zu ändern, habe man nicht, sagt Schulleiter Helmar Ganz – auch wenn in anderen Kommunen über eine Abkehr von der Gemeinschaftsschule und eine Rückkehr zum alten System debattiert oder sogar entsprechende Beschlüsse gefasst werden.

Ganz betont: "Das Thema ist abgehakt. Unser dominantes Vorhaben ist jetzt die Einführung der Ganztagesgrundschule." Darauf liege der Fokus und die ganze Konzentration des Schulleiters und seines fünfköpfigen Kollegiums, dem auch ein Referendar angehören wird.

Besuchen werden die Grundschule Görwihl insgesamt 93 Schüler in vier Klassen. 23 Erstklässler werden dieses Jahr eingeschult.

Grundschule Rickenbach weiter an zwei Standorten vertreten

Zwar starten an der Grundschule Rickenbach mit 50 Erstklässlern in zwei Klassen einige weniger ihre schulische Laufbahn als vergangenes Jahr. Dennoch ist Schulleiter Bernd Mugrauer insgesamt sehr zufrieden: "Unsere Perspektiven sind sehr gut."

Auf jeden Fall werde auch im neuen Schuljahr an den beiden bestehenden Standorten Willaringen und Rickenbach unterrichtet, so Mugrauer weiter. Auch personell sehe die Sache in Rickenbach sehr gut aus: "Wir hatten großes Glück und können zwei neue Lehrerinnen in unseren Reihen begrüßen."

Insgesamt werden 235 Schüler – größtenteils aus den Gemeinden Rickenbach und Herrischried – von 19 Lehrkräften unterrichtet.

Jahrgangsübergreifender Unterricht als Zukunftsmodell

Acht Erstklässler werden in Strittmatt ihre Schullaufbahn beginnen. Insgesamt besuchen die Grundschule 45 Kinder in drei Klassen.

Wie Schulleiterin Eva Schmidt erklärt, werde auch in diesem Schuljahr der Unterricht größtenteils jahrgangsübergreifend organisiert – ein Modell, das inzwischen gerade in vielen Dorf-Grundschulen in der Region immer häufiger anzutreffen ist: "Dies bietet auch erhebliche Vorteile, denn die Kinder können viel voneinander lernen."

Ebendiese Aspekte müssten noch viel stärker in ein Konzept gegossen werden, so Eva Schmidt. Dass auch kleine Schulen für Lehrer attraktiv sind, zeigt sich daran, dass zwei neue Lehrerinnen ihren Dienst in Strittmatt antreten werden.