Aus der Not eine Tugend machen. Zu diesem Schritt hatten sich jüngst 13 Kinder im Alter zwischen fünf und sechs Jahren des Kindergartens in Strittmatt entschlossen. Im Kindergarten war der Wunsch aufgekommen, einen Kinotag in das Kindergartenleben miteinzubauen, mit Popcorn, aber es ließ sich kein Film finden, der Anklang bei allen Kindern fand.

Die Idee stammt von Kindern

Da hatte ein Kind die zündende Idee: Sie könnten selbst einen Film drehen. Kindergartenleiterin Claudia Huber und ihr Team ließen sich von der Begeisterung der Kinder anstecken und so entstand der Film "Auf dem Reiterbauernhof ist was los." Die Krönung des ganzen Projektes: Der Film durfte gemeinsam mit allen Kindergartenkindern und den Eltern und Angehörigen im Gloria-Theater in Bad Säckingen angeschaut werden, was Intendant Jochen Frank Schmidt und der kaufmännische Direktor Alexander Dieterle, nebst einem Blick hinter die Kulissen für die Darsteller, gesponsert hatten.

Kinotag im Gloria-Theater

Am Dienstagmorgen war es so weit: Eifriges Geschnatter der Dreizehn empfing die Gloria-Betreiber. Für die Kinder der wichtigste Raum im Gloria-Theater: Der Raum, in dem der alte und der neue Filmprojektor in schönster Eintracht beieinander stehen. Jochen Frank Schmidt erklärte deren Funktionsweisen, warum der alte Projektor nicht mehr zeitgemäß war, dass der Projektor das Licht im Theater an- und ausmache, den Vorhang öffne und schließe. Die Kinder löcherten den Intendanten mit allen möglichen Fragen. Dann war Schmidt an der Reihe, wollte alles über das Projekt "Bauernhoffilm" wissen. Die Leiterin des Kindergartens, Claudia Schmidt, erzählte gemeinsam mit ihren Kolleginnen Silke Bauch und Steffi Backschat die Entstehungsgeschichte. Da kein Film den Wünschen der Kinder entsprach, kam die Idee auf, selbst einen Film zu drehen: Einen Bauernhoffilm. 13 Kinder wollten Darsteller sein, hatten genaue Vorstellungen davon, wen oder was sie darstellen wollten und welche Ausstattung sie brauchten: Bauern, Ochs, Kuh, Reiterinnen in Anlehnung an die Geschichten um Bibi und Tina und ihren Reiterhof, Bauarbeiter, Traktoren, ein Unfall mit Krankenwagen. Das Drehbuch machten die Kinder, Claudia Huber musste nur noch mitschreiben, mit der Kamera drehen, unterstützt von ihren Mitarbeiterinnen. "Nicht einen Satz hatten wir vorgesprochen", so Huber.

Film kommt gut an

Insgesamt fünf Tage, angefangen von der Ideensammlung bis zum fertigen Film, benötigte die Umsetzung des Vorhabens. Im Gloria-Theater musste das Filmmaterial nur noch in das notwendige Format umgewandelt werden, dann konnte es losgehen, alle Kinder und Eltern und Angehörigen durften es sich bei einer Sondervorstellung im Gloria-Theater gemütlich machen. Der selbstproduzierte Film kam bestens an. Zu drollig, wenn der kleine Bauer in tiefstem Dialekt seine Anweisungen erteilt, die Sanitäter mit ihrem roten Rollerwagen den Hang hinunter brettern, dass man befürchtet, das Fahrzeug würde sich gleich überschlagen. Jochen Frank Schmidt war sehr beeindruckt: "Ich fand das toll, dass alles mit Storyboard ist. Hut ab, ganz, ganz toll."