Görwihl (psc) Die erste Etappe beim Neubau des Feuerwehrhauses in Görwihl ist geschafft: Am Richtfest vergangenen Samstag gab es viel Lob für die Handwerker, die den Rohbau über das Winterhalbjahr errichtet und überdacht haben. Bürgermeister Carsten Quednow sprach „einen Applaus für alle Handwerker“ aus, denn an ihnen würde es hängen, „dass das Gebäude so gut ist, wie wir es uns vorstellen“. Dabei hatte es einige Zeit gedauert, bis feststand, dass im Gewann „Bifig“ unterhalb der Kirche ein neues Gerätehaus entstehen wird.

Erste Pläne gab es bereits 2010, damals war ein Gebäude mit sieben bis acht Garagen angedacht, weil auch das Deutsche Rote Kreuz integriert werden sollte. Richtig konkret wurde das Vorhaben jedoch erst 2015 mit dem Antrag auf Zuschüsse. Diese wurden vom Land Baden-Württemberg später bewilligt, womit der Startschuss für das ambitionierte Projekt gefallen war. „Dann sind wir mit Vollgas an die Planung gegangen“, blickte Bürgermeister Quednow zurück. Im Dezember 2016 ging es mit der Planung los, parallel dazu wurde der Bebauungsplan mit drei zusätzlichen Bauplätzen erstellt. Fünf Monate später, im April 2017, lag ein rechtskräftiger Bebauungsplan auf dem Tisch. „Es wird ein solides, gut durchdachtes Feuerwehrgebäude werden“, sagte der mit dem Projekt beauftragte Architekt Peter Schanz aus Hohentengen. Der Spatenstich erfolgte im Sommer 2018, danach machte sich das Baugeschäft Dapp mit dem Errichten des Rohbaus an die Arbeit. Noch vor Einbruch des Winters legte die Zimmerei Denz mit den Dachdeckerarbeiten los. „Es lief alles wie am Schnürchen“, berichtete Peter Schanz, der die Planung zusammen mit Kollegin Marion Tröndle von Schanz Architekten in kürzester Zeit stemmte. Schanz schwebte ein „funktionierender Bau, der wirtschaftlich errichtet wird“ vor. Die reinen Baukosten liegen bei 1,5 Millionen Euro, inklusive Erschließung. Mit Außenanlagen, Ausstattung und Planungskosten kostet alles zusammen rund 2,1 Millionen Euro. Knapp die Hälfte wird vom Land Baden-Württemberg bezuschusst.

Das Gebäude ist für rund 100 Angehörige der Feuerwehrabteilungen Görwihl, Segeten und Rüßwihl, die zusammen den Ausrückebereich Mitte der Gemeinde Görwihl bilden, gedacht. Die Zufahrtswege sind so konzipiert, dass sich gleichzeitig aus- und einrückende Feuerwehrleute nicht kreuzen – wodurch Unfälle verhindert werden können. Das Haus wird mit fünf Fahrzeugstellplätzen, einem Waschplatz, Werkstatt- und Lagerräumen, einem Übungsplatz, Umkleide- und Schulungsräumen, einem Besprechungsraum, Funkraum sowie einem Raum für die Jugendfeuerwehr Görwihl-Süd ausgestattet. Insgesamt stehen der Feuerwehr rund 860 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Im Außenbereich entstehen auf der Ostseite 28 Parkplätze. „Wir haben mit dem Bau etwas Gutes“, sagte Gesamtkommandant Thomas Mutter, „das Geld ist gut angelegt“. Auch Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger war von dem Projekt angetan. „Es ist früh erkannt worden, dass man nur gemeinsam stark ist“, sagte er anlässlich des Spatenstichs mit Blick auf das für mehrere Abteilungen konzipierte Gebäude. Als Nächstes geht es an das Anbringen von Toren, Türen und Fenstern sowie an die Innenarbeiten. Die Feuerwehrleute werden teilweise Eigenleistungen erbringen. Die Abteilung Görwihl ist derzeit noch in der Hotzenwaldhalle untergebracht, Rüßwihl beim ehemaligen Schulhaus und Segeten im Bürgerhaus – alle drei Abteilungen haben es mit beengten Verhältnissen zu tun.

Am Richtfest lobte Zimmermeister Christian Denz in seinem Richtspruch die „detaillierte Planung“ sowie die Ausführung der Arbeiten. „Dies Werk macht seinem Meister Ehr, doch der Gemeinde noch viel mehr“, sagte Denz aus luftiger Höhe.