Zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte sich der Pfarrgemeiderat der Seelsorgeeinheit St. Wendelinus Hotzenwald am Freitag in der Schellenberger Kapelle in Großherrischwand getroffen. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Antwort des erzbischöflichen Ordinariates auf den offenen Brief des Pfarrgemeinderates an Erzbischof Stephan Burger.

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Im Frühjahr dieses Jahres hatte der Pfarrgemeinderat einen offenen Brief an den Erzbischof geschrieben und darin deutliche Kritik an dem Projekt „Pastoral 2030“ und dessen Umsetzung geübt. Unter anderem war die Reduzierung der Pfarrgemeinden von 224 auf 40 kritisiert, Zölibat in Frage gestellt und die Zulassung von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern gefordert worden (wir berichteten). Nur zustimmende Reaktionen, nicht nur aus der Pfarrgemeinde und weiteren Seelsorgeeinheiten im Bereich der Erzdözese, sondern auch aus der Schweiz und aus Aachen, hatte es auf diesen Brief gegeben, sagte Pfarrer Bernhard Stahlberger. Der Brief sei mutig gewesen und man solle sich auch künftig nicht entmutigen lassen, sei der Tenor der Rückmeldungen gewesen, fuhr er fort.

Die Rickenbacher St. Gordian und Epimach gehört zur Seelsorgeeinheit St. Wendelinus Hotzenwald.
Die Rickenbacher St. Gordian und Epimach gehört zur Seelsorgeeinheit St. Wendelinus Hotzenwald. | Bild: SK

Inzwischen ging die Antwort eines Ordinariatsrates im Namen des Erzbischofs ein. Das Schreiben aus Görwihl sei zur Kenntnis genommen worden, heißt es darin. Zur Kennnis genommen bedeute nur, dass man wisse, was geschrieben worden sei, mehr aber auch nicht, monierte Dagmar Keck. Diese Aussage des Ordinariates sei „zu billig“ und nichts, was man packen könne, befand auch Franz Maise. Die Aussage in dem Schreiben, man habe noch keine konkretes Bild von den neuen Pfarreien, zeige die Konzeptlosigkeit der Erzdiözese in dieser Angelegenheit, kritisierte Dagmar Keck weiter. Kritisch gesehen wurde ferner die Tatsache, dass man sich von Seiten der Erzdiözese in Sachen Zölibat und Zulassung von Frauen für alle kirchlichen Ämter auf das Kirchenrecht zurückzieht.

Auch die katholische Kirche St. Bartholomäus gehört zur Seelsorgeeinheit St. Wendelinus Hotzenwald.
Auch die katholische Kirche St. Bartholomäus gehört zur Seelsorgeeinheit St. Wendelinus Hotzenwald. | Bild: SK

Und wie soll es nun weitergehen? „Mich verlässt der Mut in der ganzen Geschichte“, sagte der Vorsitzende des Gremiums Matthias Faißt. „Wir müssen das, was uns antreibt und uns ermutigt, auch weiter vorantreiben“, beantwortete Pfarrer Stahlberger die drängende Frage. Zu überlegen gelte es ferner, wie man sich künftig weiterentwickeln und sich einbringen könne, so der Pfarrer weiter. Zudem ist beabsichtigt, eine entsprechende Antwort auf das Schreiben des erzbischöflichen Ordinariates zu verfassen. Die Kirche seien die Getauften und Firmierten, man müsse merken, dass es brodele und es so nicht weitergehen könnte, sagte Pfarrer Stahlberger und wies in diesem Zusammenhang auf bereits 40 Kirchenaustritte in diesem Jahr hin.

Im kommenden Jahr steht die Wahl des neuen Pfarrgemeinderates an. Für den Wahlvorstand konnten bereits drei Gemeindemitglieder gewonnen werden, um drei weitere Wahlvorstandsmitglieder will man sich noch bemühen.

Für die Pfarrkirche in Strittmatt wurde vom Kirchenchor die Anschaffung eines Beamers Erwägung angeregt, unter anderem um die Texte fremdsprachiger Lieder in deutscher Sprache einzublenden. Der Pfarrgemeinderat steht dem wohlwollend gegenüber.

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