Osterhasen, Osterhasen, überall Osterhasen! Es gibt kein Entrinnen vor ihnen. Von den Straßenlaternen lachen sie herab, in den Supermärkten lauern uns auf. Und immer dann, wenn wir beim Einkaufen die Einkaufsliste suchend abarbeiten (wo ist das Klopapier, wo das Geschirrspülmittel, wer hat das Knäckebrot versteckt?), überwältigen uns die Osterhasen mit ihren lustigen Gesichtern.

Hexe hängt am Narrenbaum

Osterhasen sind grad in, zwar nicht mehr lange, aber jetzt ist jetzt und nächste Woche ist noch nicht da, also wen kümmerts, ab wann Osterhasen zum Alteisen gehören. Am wenigsten die Hexe in Oberwihl. Ihr ist das Osterhasentheater völlig schnurz. Seit der letzten Fasnacht hängt sie stramm am Narrenbaum beim Milchhüsli und beobachtet tagein, tagaus, was sich zu ihren Füßen ereignet. Ob sie vergessen worden ist? Wohl kaum, denn wer einen Narrenbaum inklusive Hexe vergisst abzubauen, vergisst beim Autofahren zu lenken.

Fasnacht das ganze Jahr über

Wahrscheinlicher ist, dass es in Oberwihl Leute gibt, die sich einfach nicht von der Fasnacht lösen können. Für die Oberwihl das ganze Jahr Freistaat und Hexe-City ist. So hing die Hexe am Mittwochabend noch und vielleicht heute noch, einen Tag nach Karfreitag. Und wenn sie einen Tag nach Karfreitag noch hängt, kann sie getrost auch an Ostern hängen. Darüber hinaus an Pfingsten und Allerheiligen, an Weihnachten und Silvester, und schon ist bald wieder Fasnacht, dann kann sie grad in die zweite Saison reinhängen. Falls keine Vergesslichkeit die Ursache für die verlängerte Präsenz der Hexe sein sollte, muss es sich um den neuesten Trend und letzten Schrei einer ewignärrischen Bürgerbewegung handeln: Retro-Hexing. Kommt fast immer gut an und hat – im Gegensatz zu Osterhasen – kein Verfallsdatum.