Mittwochabend, Blick in den Himmel: Ein Gewitter zieht auf. Dunkle Wolkentürme rollen auf den Hotzenwald zu, es rumpelt und donnert, als würden die apokalyptischen Reiter eine Runde kegeln. Eigentlich wollen wir, meine Frau und ich, fernsehen, aber der Empfang wird ständig mieser, also schalten wir die Kiste aus und schauen aus dem Fenster in besorgter Erwartung dessen, was auf uns zukommt.

Zuerst viel Wind. Dann riesige Mengen Regen, als ob ein See am Himmel umgekippt wäre. Plötzlich ein grellweißer, zuckender Streifen von oben herab, ein Knall und Funkenflug in alle Richtungen. „Mamma Mia“, rufe ich nach Worten ringend, „was für ein Wackawacka!“ Nur den Hund scheint’s nicht aufzuregen, dass am Waldrand grad ein Blitz eingeschlagen hat.

Tags darauf, Donnerstagabend, zieht kein Gewitter auf. Das ist gut so, denn im Fernsehen läuft der SWR-Film „Nächste Ausfahrt – Hotzenwald“. Der Empfang ist gut, und so genießen wir schöne alte und neue Bilder vom Landstrich zwischen St. Blasien und Hochrhein, Wehr und Waldshut.

Das Hotzenhaus in Hornberg ist zu sehen, der Flugplatz in Hütten, das Eggberg- und das Hornbergbecken, viel Wald und Wasser natürlich, außerdem Webermeister Oskar Matt im Heimatmuseum sowie Pfarrer Fietz im Glockenturm vom Alten Hotz in Hochsal. Ein Schnapsbrenner vom Dachsberg kommt zu Wort, ebenso Ernst Maier aus Todtmoos und Albbrucks Bürgermeister Stefan Kaiser. Wir erfahren, wo der beste Speck hergestellt und wie der Hotzentanz getanzt wird.

Zwischendurch werden Personen namentlich erwähnt, deren Bezug zum Hotzenwald gegen Null tendiert, wie Reinhold Messner, Willy Brandt oder Beate Uhse. Gustav Heinemann hingegen geht in Ordnung, der hat gerne auf dem Dachsberg Urlaub gemacht und soll den Hotzenwäldern einen „aufmüpfigen Geist“ zugeschrieben haben.

Schließlich und weil ein Film über den Hotzenwald ohne ihn kein gescheiter Film ist, sind dem "Hotzenblitz" ein paar Minuten gewidmet. Sagt meine Frau: „Den haben wir gestern auch gesehen.“