An Maria Himmelfahrt lud Pfarrer Bernhard Stahlberger im Rahmen des abwechslungsreichen Ferienprogramms der drei Gemeinden Herrischried, Rickenbach und Görwihl zur Besteigung des mittelalterlichen Glockenturmes in Görwihl ein. Der Aufstieg des 1554 errichteten Turmes war für ein halbes duzend Kinder und gleich viele Erwachsene ein Erlebnis. Es ging die schmale, steile hölzerne Treppe hinauf zur Glockenstube.

Staunen über Gewichte der Uhr

Nach 27 Stufen konnte man das Auffangbecken der Gewichte der Uhr bewundern, die nach einem Unfall eingebaut werden musste. Es hatte bei einem Gewichtabsturz einen dicken Balken zerschlagen. Vorsichtig ging es auf den abgelaufenen Holzstufen vorbei an der neuen Fahnenaufhängung bei Stufe 70 zur Turmuhr auf Stufe 93. Die voll funktionstüchtige, mechanische Räderruhr der "Württembergische Uhrenfabrik Schwenningen" wird täglich von Fritz Rüd aufgezogen. Am heutigen Tag übernahm das Pfarrer Bernard Stahlberger und jedes Kind durfte auch einmal seine Kräfte am Spindelrad messen. Pfarrer Stahlberger bemerkte verschmitzt: "Die Turmuhr gehört der politischen Gemeinde, denn die ist für das Zeitliche zuständig, die Kirche fürs Unendliche".

Enger Treppenaufstieg

Der Aufstieg wurde fortgesetzt. Für die engen Platzverhältnisse war die Gruppe recht groß und nach 115 Stufen am Ziel angekommen: der Glockenstube. Pfarrer Bernard Stahlberger wies jedem Besucher einen sicheren Platz zu. Er war in seinem Element, und bevor er jede Glocke vorstellte und einzeln schlagen ließ, bat er die Besucher nicht nur die Ohren zuzuhalten, sondern auch den Mund zu öffnen.

Krönender Abschluss

Zum krönenden Abschluss durften alle sechs Glocken zusammen ertönen, wie es normaler weise nur an Feiertagen der Fall ist. Als das durch die Dietrich Bonhoeffer Glocke der evangelischen Kirchengemeinde erweiterte und ausgefüllte Salve-Regina Motiv ertönte, wackelten die Holzglockenstühle und auch die Konstruktion im Turm schien leicht zu schwanken. Pfarrer Stahlberger beruhigte: "Glockeninspektor Johannes Wittekind hat gemessen, alles ist im gesetzlichen Rahmen". Rückwärts ging es die steilen Stufen wieder zurück auf Mutters Erden und den Klang der Glocken hatte man noch ein paar Stunden in den Ohren.

Noch sind beim Ferienprogramm, das noch bis 8. September dauert, Plätze zu haben. Hier kann man sich anmelden: www.hotzenwald.feripro.de