Görwihl Martinimarkt in Görwihl: Schlechtes Wetter vermiest Händlern Geschäfte, doch den Narren nicht die Laune

Das schlechte Wetter vermiest Händlern beim Martinimarkt in Görwihl die Geschäfte. Viele Marktbesucher suchen eher das Trockene. Und der späte Nachmittag gehörte dem Görwihler Hotzenneuerrat, der die fünfte Jahreszeit eröffnete und das Narrenmotto verkündete.

Der Martinimarkt fiel am Samstag regelrecht ins Wasser. Trotzdem war die Stimmung gut, vielleicht auch, weil das Gedränge nicht so groß wie in anderen Jahren war. Die vielen Regenschirme machten das Flanieren zwischen Hauptstraße und Hotzenwaldhalle, zwischen Kirche und Schule zwar nicht wirklich toll, aber es gab wenigstens gute Ausweichmöglichkeiten. Nur die angereisten Händler fanden die Umstände nicht so lustig. Manch einer stand missmutig in seinem Stand. Kein Wunder, denn die Marktbesucher hielten sich selten lange auf, sondern suchten das Trockene. Das boten etliche regionale Vereine. Deren Beizen waren denn auch so gut besucht, dass es manchmal zu Platzproblemen kam. Wer lieber draußen an der feuchtfrischen Luft blieb, kam zum Beispiel an der Schlemmeria, einem mobilen Stand, auf die Kosten. Es lockten außerdem ein Wagen voller Waffelträume und die Bonbon-Apotheke, auch der Stand der Rotzinger Feuerwehr mit Burgern (Smokerbrötchen an Knoblauchsauce) und Rotzingern (Smokerbrötchen mit BBQ-Sauce) kam gut an. Die Wild-Saison läutete ein Stand in der Kirchgasse ein mit dem Hinweis „Für gute Stimmung auf der Pirsch, braucht´s in den Tassen heißer Hirsch“, andernorts floss der Glühwein und roch es nach Deftigem.

Was am Vormittag mit Regen begann, endete mit noch mehr Regen und Nebel. Es blieb richtig ungemütlich, was sich auf die Kauflaune auswirkte. Manch ein Händler reagierte mit Entgegenkommen: „Heute gibt es Rabatt, wegen dem Wetter“, sagte ein Tuchverkäufer zu einem unentschlossenen Herrn. Am Stand des Sängerbundes gab es anstatt Rabatt Käse. Der war sonst bei schönem Wetter am späten Nachmittag ausverkauft.

Apropos später Nachmittag: Der gehörte dem Hotzenneunerrat und der Hotzenblitzzunft. Denn es war ja der 11.11., Beginn der Fasnacht. Neunerratspräsident Klaus Flum brachte das Kunststück fertig, einen vierseitigen Text im strömenden Regen vorzulesen. Darin kamen vor: Magenbrot mit Zuckerguss, Pferdesalbe und „Wachsdischduechdecke“, Wullesocke und Darth Vader, Abgas-Skandal und Jamaika, Wartezimmer und Krankenhaus. Was Flum nach rund zehn Minuten zum Fasnachtsmotto 2018 führte: „Spitälerstritt und Ärzteschwund, mach Fasnacht, no bliibsch länger gsund.“

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