Mancherorts im Hotzenwald wird dieser Tage fleißig gebuddelt, gebaggert und geschaufelt, sodass man meinen könnte, im Untergrund würden Goldschätze vergraben sein. Aber von wegen: Nichts ist mit Schätzen. Die ganze Graberei steht in Zusammenhang mit dem schnellen Internet.

Das wartet zwar noch nicht vor der Tür und wird es auch die nächsten schätzungsweise zwei, drei Jahre nicht tun. Dennoch sollen jetzt die Leerrohre schon mal verlegt werden, für den Fall, dass das schnelle Internet plötzlich doch wie ein Turbo um die Ecke braust, man weiß ja nie.

Viel Geld ist im Spiel, denn die Sache kostet. Viel Schweiß wird auch vergossen, viel Hirnschmalz verbraten, und das alles, damit wir in absehbarer Zeit auf der Datenautobahn ordentlich Gas geben können.

Dabei funktionieren die alten Methoden auch noch ganz gut. Ein Beispiel: Neulich lag auf einer frisch gemähten Wiese bei Niederwihl in der Gemeinde Görwihl eine mittels Band an einem Ballon befestigte Karte. Abgesandt anlässlich einer Hochzeit in Frankfurt am Main, Luftlinie rund 270 Kilometer von Görwihl entfernt.

Die Karte hatte wohl der Wind hergetragen, über den ganzen Schwarzwald hinweg war sie bis in den Hotzenwald geflogen, geschwebt und getrudelt. Sicher, sie brauchte länger, als wenn sie im Glasfaserkabel durchgezischt wäre. Andererseits ist ja nicht alles derart mordsmäßig wichtig, dass es den Planeten Erde in drei Sekunden umrunden muss.

Adressiert war die Karte an ein Brautpaar, mit der Bitte, dass der Finder sie an ebendieses zurückschickt. Absender: Nina und Klaus. Mit den besten Wünschen zur Hochzeit und alles Liebe und einem netten Sprüchlein, das so geht: „Lebet heiter, lebet froh, wie der Mops im Haferstroh.“ Ha, Mops im Haferstroh. Der wird sich die Sache schon beim ersten Floh gründlich überlegen. Aber es gibt schlimmere Sprüche, solche, die im Gewitter entstehen: „Lebe glücklich, lebe heiter, wie der Spatz am Blitzableiter.“

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