Ist die Gemeinde Görwihl ein weißer Fleck oder eher nicht? Kommt auf den Bezug an. In punkto Landschaft, Vereinen, Handwerk und Industrie sicher nicht, auch das Straßennetz ist in Ordnung, sogar für die Fahrer von Elektroautos. Die können mancherorts den Strom, den sie für die Fortbewegung brauchen, tanken. Nur in Görwihl nicht. Hat es jedenfalls in der letzten Gemeinderatssitzung geheißen. Weshalb, so war zu hören, die Hotzenwaldgemeinde ein weißer Fleck auf der globalen Stromtankstellenkarte sei. Recherchen dieser Zeitung haben jedoch ergeben, dass es sehr wohl eine Stromtankstelle auf Görwihler Gemeindegebiet gibt – nämlich im Ortsteil Niederwihl auf dem Grundstück der Bäckerei Wasmer. Die Tankstelle befindet sich seit 2015 in einem Carport – wobei die Familie Wasmer darauf hinweist, dass es nicht wirklich eine Ladestation mit speziellen Steckern und Abrechnung ist, sondern nur eine öffentlich zugängliche CEE-16A Drehstromsteckdose. Strom tanken kann dort, wer einen Schuko-Stecker (10A, 230V) oder einen roten CEE-Stecker (16A, 400V) mitbringt. Der Anschluss bringt bis zu 11 kWh pro Stunde, was bei den meisten PKW-artigen Elektrofahrzeugen 60 bis 90 Kilometer Reichweite entspricht. Der Clou ist die Bezahlung: Auf dem Aushang bei der Steckdose wird um den Einwurf einer Spende in den Briefkasten gebeten – einfacher geht es nicht. Fazit: Görwihl ist doch kein weißer Fleck. Es tut sich etwas, ein Anfang ist gemacht. Und wer weiß, vielleicht gibt es bald eine weitere Stromtankstelle, zum Beispiel in Gerbel-City beim Hallenbad. Von alleine kommt sie jedoch nicht dorthin.

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