Wo ist die Pampa? Ganz einfach: an der Südostküste Südamerikas. Und was ist die Pampa? Eine subtropische Grassteppe, in der sich vor allem Rindviecher aufhalten.

Dorthin könnten, geht es nach Ministerpräsident Winfried Kretschmann, junge, testosterongesteuerte Männerhorden, die hierzulande Böses anrichten, geschickt werden. Hat er neulich so gesagt. Hat er danach zwar etwas entschärft, aber trotzdem: Gesagt ist gesagt und wird selten vergessen.

Gemeinderätin Claudia Huber jedenfalls hat nicht vergessen. „Wenn Kretschmann sagt, Männerhorden sollen in die Pampa, ist das eine Beleidigung. So darf man nicht mit dem ländlichen Raum umgehen“, sagte sie in der Ratssitzung am Montag.

Zufall oder nicht: Fast drei Stunden davor war Bürgermeister Carsten Quednow auf Anfrage einer Zuhörerin mit der Auskunft herausgerückt, dass sich seit letztem Freitag im Rahmen der so genannten „Anschlussunterbringung“ fünf männliche Flüchtlinge vom afrikanischen Kontinent im Engelschwander Schulhaus aufhalten. Und bald werden es neun sein.

Nun ist es ja so, dass Engelschwand eines der schönsten Dörfer auf diesem Planeten ist. Idyllisch gelegen, die Gugel in Sichtweite. Aber ob Ministerpräsident Kretschmann, als er von der Pampa sprach, an Engelschwand dachte, ist fraglich. Genauso gut hätte er sagen können: Einöde, Kartoffelsteppe, Niemands- oder Ödland, auch Walachei. Niemand hätte Engelschwand damit in Verbindung gebracht.

Aber nein: ausgerechnet "Pampa" musste her, ein Begriff, den heute jeder fälschlich auf jede ländliche Region, Schwarzwald inklusive, bezieht. Und deshalb haben wir jetzt Rambazamba in der Pampa. Pardon, in Engelschwand.

Immerhin gibt es dort Leute, die sich Sorgen um die Sicherheit der afrikanischen Männer machen. Man sollte sie mit Warnwesten ausstatten, empfahl ein Herr im Publikum, „denn wenn sie nachts unterwegs sind, sieht man sie nicht“. Worauf ein anderer bemerkte: „Wenn Schnee liegt, ist es wieder anders.“

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