Die Entwicklung in der Erzdiözese mit der für 2030 geplanten Reduzierung der Seelsorgeeinheiten von mehr als 200 auf 40 beschäftigt in der Seelsorgeeinheit auf dem Hotzenwald schon seit längerem. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, soll ein ökumenisches Zentrum für moderne Christen für Körper, Geist und Seele geschaffen werden. In zwei vorangegangenen Treffen eines Teams waren bereits zahlreiche Ideen zusammengetragen worden. Am Montag stand nun die Umgestaltung der Görwihler Pfarrkirche im Mittelpunkt.

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Ziel sei es, sich bis zum Jahr 2025 so aufzustellen, dass es in der Großgemeinde weitergehen könne, sagte Pfarrer Bernhard Stahlberger. Neue Ideen seien gefragt, „die klassische Kirche hat ein Ablaufdatum“, ergänzte Projektmanager Thomas Kaiser. Zahlreiche Ideen unter dem Motto Chille (alemannischer Ausdruck für Kirche) und chillen (entspannen, zur Ruhe kommen) wie ein rund um die Uhr zugänglicher Raum der Stille, Spielecke für Kinder in der Kirche, Apéro nach dem Gottesdienst, Trommel- und Tanzkurse und einiges mehr wurden zusammengetragen. Auch die Görwihler Pfarrkirche soll umgestaltet werden.

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Pfarrer Stahlberger erläuterte seine Ideen. Der Seelsorger regte an, die Bänke im Mittelblock, zumindest im vorderen Teil, zu entfernen und die Bänke in den Seitenblöcken um 90 Grad zu drehen, sodass sich die Gottesdeinstbesucher gegenüber sitzen. Bei Sonntagsgottesdiensten könnten Ambo und ein Tischaltar in dem freien Raum aufgestellt werden, bei Wortgottediensten soll ein Pult mit dem Wort Gottes im Zentrum stehen. Bei Beerdigungen könnten dann Sarg oder Urne in dem freien Raum ihren Platz finden, der Verstorbene solle auch räumlich im Mittelpunkt stehen, so Stahlberger. Nur bei großen Gottensdiensten, wie an Weihnachten, soll der Gottesdienst in der klassichen Form im Altarraum gefeiert werden. Als Alternative zu den Bänken wurden Stühle ins Gespräch gebracht. Dann könne jeder seinen Stuhl dort hinstellen, wo er seinen Platz sehe.

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Unter der Empore könnte ein separat heizbarer Glaskasten entstehen, in dem Glaubensgesprächkreise, kleinere Gottesdienste, Kindergottesdienste und weitere Veranstaltungen stattfinden. Als neuer Standort für den Taufstein wurde ein Platz vor dem Glaskasten im Eingangbereich als Symbol der Taufe als Eingangssakrament angeregt. Am bisherigen Standort des Taufstein im vorderen Seitenbereich könnte ein Glaskasten mit dem Tabernakel als Raum der Stille und Anbetung entstehen. Auch in Sachen Gottedienste sind Gestaltungsmöglichenkeiten gegeben, sagte Pfarrer Stahlberger auf Anfrage. Für ökumenische Veranstaltungen sollen Kirche und Pfarrheim offenstehen.

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Für die Umgestaltung der Pfarrkirche wird man viel Geld in die Hand nehmen müssen, so Stahlberger, 200 000 Euro wurden in den Haushalt eingestellt. „Wir müssen uns neu aufstellen.“ Darüber, dass man für die Umgestaltungspläne Kritik ernten wird, waren sich die Versammelten einig. Der Pfarrer wies darauf hin, dass es in der Seelsorgeeinheit weiterhin fünf Kirchen geben wird.

In die Gestaltung der Kirche sollen die Bürger einbezogen werden. Zum Treffen am 8. Oktober, 20 Uhr, sind Interessierte eingeladen. An diesem Tag soll es eine Präsentation geben, die zeigt, wie die Kirche künftig aussehen könnte. Ende November sollen die Planungen dann einer breiten Öffentlichkeit vogestellt werden.

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