Obwohl in der Gemeinde Görwihl bislang kein Coronavirus-Fall bekannt ist, hat die Verwaltung am gestrigen Donnerstag, 12. März, das Hallenbad und die Turnhalle in Görwihl vorsorglich bis auf weiteres geschlossen.

Lage in Görwihl

„Diese Anordnung hat zunächst bis zum 20. April Bestand und wird gegebenenfalls verlängert“, teilte Bürgermeister Carsten Quednow mit, „wir werden die aktuelle Entwicklung abwarten.“

Quednow weiter: „Diese Entscheidung ergeht ohne Verdachtsfall und dient vor allem dem Schutz unserer Badegäste, Schüler, dem Betriebspersonal und dem Schutz der technischen Anlagen und soll zur Vermeidung einer möglichen Verbreitung dienen.“

Und: „Als Gemeindeverwaltung würden wir bei einem Verdachtsfall keine genauen Daten liefern können, wer alles in unserem Sportzentrum gewesen ist. Außer wir würden Listen führen und diese Maßnahme möchten wir insbesondere aus Datenschutzgründen vermeiden“, hielt Quednow fest.

Das Hallenbad und die Turnhalle (hinten) in Görwihl bleiben wegen der Coronakrise vorsorglich bis 20. April 2020 geschlossen. Einen Verdachtsfall gibt es derzeit in Görwihl nicht.
Das Hallenbad und die Turnhalle (hinten) in Görwihl bleiben wegen der Coronakrise vorsorglich bis 20. April 2020 geschlossen. Einen Verdachtsfall gibt es derzeit in Görwihl nicht. | Bild: Peter Schütz

Für ihn stehe „einzig und allein das Wohl unserer Bevölkerung und unserer Schüler im Vordergrund“. Die damit verbundene Einschränkung beim Badebetrieb und Sportunterricht ist, so Quednow, „aus unserer Sicht das mildeste Mittel und kann für eine Übergangszeit von allen Nutzern und Eltern erwartet werden“. Der Schutzgedanke stehe über allem.

Die Entscheidung, Hallenbad und Turnhalle in Görwihl zu schließen, sei im Lauf des Mittwochs gefällt worden, so Quednow. Beide Gebäude werden von der Grundschule Görwihl genutzt. Deren Rektor Helmar Ganz erklärte gestern dieser Zeitung, dass das Fach „Bewegung, Sport und Spiel“ bei guter Witterung draußen (Ganz: „Outdoor, Walking“) stattfinden wird. Bei schlechter Witterung wird dafür die Aula im Schulhaus benutzt.

Lage in Herrischried

Die Reaktion Quednows auf die aktuelle Entwicklung stieß bei seinen Amtskollegen in der Nachbarschaft auf Verständnis. „Ich verstehe seine Handlung“, erklärte gestern Herrischrieds Bürgermeister Christof Berger auf Anfrage, „aber wir haben hier eine andere Situation und werden unser Hallenbad vorerst nicht schließen.“

Dennoch gibt es eine Einschränkung: „Wir werden keine Gruppen mehr ins Hallenbad rein lassen, nur noch einzelne Schwimmer“, so Berger. Eine weitere Einschränkung betrifft die für Samstag, 14. März, vorgesehene Schaumparty in der Herrischrieder Eishalle. Laut Berger wird diese zwar nicht abgesagt, jedoch „ohne Schaum, trocken und mit Abstand durchgeführt.“

Lage in Rickenbach

Noch keine vorsorglichen Schließungen von kommunalen Einrichtungen wie beispielsweise der Turnhalle bei der Grundschule geplant hat die Gemeinde Rickenbach. „Schul- und Vereinssport finden im Augenblick statt“, berichtete Bürgermeister Dietmar Zäpernick. Aber: „Hätten wir ein Hallenbad, hätten wir es auch geschlossen“, so Zäpernick.

Bislang haben der Ortsverein Rickenbach vom Deutschen Roten Kreuz und die Feuerwehrabteilungen Willaringen ihre Hauptversammlungen abgesagt. Was mit den vorgesehenen Konzerten der Musikvereine sei, könne er derzeit nicht beurteilen, sagte Zäpernick.