Görwihl Hotzenwald-Bauernkapelle bietet spannendes und anspruchsvolles Konzert

Die Hotzenwald-Bauernkapelle bietet bei ihrem Auftritt in der Hotzenwaldhalle ein spannendes Konzert. Es war ein würdiger Abschied für Dirigent Andreas Dörntes

Andreas Dörntes letztes Jahreskonzert als Dirigent der Hotzenwald-Bauernkapelle geriet recht abenteuerlich. Darauf hatte schon das Programm mit dem Motto „Piraten der Karibik“ schließen lassen. Aber Theorie ist das eine, Praxis das andere. Was die Kapelle am Samstag vor voller Hotzenwaldhalle präsentierte, war an Spannung kaum zu überbieten. Der erste Konzertmarsch „Arsenal“ war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was in den nächsten zwei Stunden folgen sollte. Gleich das zweite Stück, das von Elli Rünzi gesungene Lied „Ich gehör nur mir“, hatte Gänsehautpotenzial. Rünzi vermochte das Publikum mit einer eindringlichen Darbietung zu packen. Lange blieb sie nicht, denn in Oberhof waren ihre Qualitäten am selben Abend ebenfalls gefragt. Dass sie in Görwihl etwas verpasste – geschenkt.

Das Schiff der Hotzenwald-Bauernkapelle mit Andreas Dörnte am Ruder nahm allmählich Fahrt auf. In der viersätzigen Komposition „Gullivers Reisen“ ging es drunter und drüber. Idyllisch war da nichts, viel mehr voller Aufregung und Überraschungen, ein Füllhorn an phantastischen Einfällen. Der Bauernkapelle gelang es trotz stürmischer Szenen den Kopf zu bewahren. Sie spielte konzentriert auf, verlor auch dann nicht die Fassung, wenn Schiffbruch drohte.

Die Konzentration blieb, als Roman Lüttin im „Concertino“ das Solo an der Posaune spielte. Lüttin, der im November 2013 das goldene Leistungsabzeichen absolviert hatte, unterstrich am Samstag seine musikalische Klasse. „Concertino“ ist ja nicht gerade ein kurzweiliges Sommerliedchen, sondern ein gut zehn Minuten langer, anspruchsvoller Klassiker für Blasmusikorchester. Den zu spielen, dazu noch solo, braucht Mut. Lüttin traute sich – und wurde mit viel Applaus belohnt.

Mit der freundlichen französischen Polka „Im Krapfenwaldl“ ging die Kapelle in die Pause. Danach: Ein furioser Einstieg in den zweiten Konzertteil, ein echtes Spektakel. „Die jungen Wilden, Donnerwetter“: So kündigte Moderator Ernst Waßmer die nächste Generation des Orchesters an. Daniel Gerspach und Alexander Malcherzyk am Schlagzeug trieben die Damen und Herren am Bühnenrand in dem vom Laufenburger Manuel Wagner arrangierten „Brooklyn“ forsch voran. Christian Kaiser, Marion Lüttin, Alisa Albiez, Roman Lüttin, Benedikt Mutter, Selina Lüttin und David Keck an den Blasinstrumenten demonstrierten ohne großes Orchester und ohne Patzer ein klasse Zusammenspiel – funky und sexy zugleich. Die Rhythmussektion trumpfte später noch einmal auf, als sie „Jungle Fantasy“ zu einer tanzbaren Sambasession erhöhten. Lässig nahm die Bauernkapelle schließlich den Rest des Konzertabends – und natürlich die Zugaben. Dann durften Andreas Dörnte und das Orchester von Bord. Geschafft zwar, aber glücklich, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

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