Görwihl Görwihl trauert um Rolf Störk

Ehemaliger Adlerwirt stirbt am Sonntagabend im Alter von 78 Jahren. Störk war leidenschaftlicher Sammler von Promi-Fotos. Erinnerungen an sein Leben.

Der ehemalige Wirt des Gasthauses Adler in Görwihl, Rolf Störk, ist am Sonntagabend im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Adler war seit 1994 fest mit dem Namen Störk verbunden. Störk war auch bekannt als leidenschaftlicher Fasnächtler.

Rolf Störk kam in Görwihl auf die Welt. Seine Eltern hatten eine Metzgerei und so lag es für ihn auf der Hand, den Metzgerberuf zu erlernen. Dies tat er in Rielasingen. Nach der Gesellenprüfung sammelte er in Betrieben in Mannheim, Worms, Krefeld und Rendsburg Erfahrung, ehe er als 20-Jähriger in Dortmund die Meisterprüfung ablegte. 1965 heiratete er seine Frau Renate und im gleichen Jahr übernahm er, nach dem Tode seines Vaters, die elterliche Metzgerei. Drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne, kamen auf die Welt. 1994 wurde die Metzgerei an Tochter und Schwiegersohn übergeben und im gleichen Jahr das Gasthaus Adler übernommen.

Im Adler, den Rolf Störk aus gesundheitlichen Gründen vor zwei Jahren schloss, zeigte er seine berühmte Fotogalerie. Seine Leidenschaft, Promis zu finden und sich mit ihnen zu fotografieren, begann vor mehr als 40 Jahren, als er zusammen mit der Deutschen Fußballnationalmannschaft in Warschau weilte. Karl-Heinz Rummenigge war der erste, der sich mit dem Görwihler Urgestein ablichten ließ. Weitere prominente Fußballer, Trainer und Sportgrößen folgten, so auch Boris Becker oder Henry Maske. Auch Polit-Promis waren dabei, wie Helmut Kohl, Bundespräsident von Weizsäcker, Gerhard Schröder. Seine jüngste Errungenschaft war Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit dem baden-württembergischen Landespolitiker Gerhard Mayer-Vorfelder verband ihn sogar eine persönliche Freundschaft.

Beim heimischen SV Görwihl schnürte Rolf Störk früher selber als Linksaußen die Fußballschuhe. Beim Hotzen-Neunerrates gehörte er 1959 zu den Gründungsmitgliedern. Bereits im ersten Jahr 1959 stand er schon beim Neunerratsabend auf der Bühne, die noch im Rebstock stattfanden. Insgesamt wurden es 40 Auftritte als Jupp und Pieter oder Dick und Doof – eine Duo-Nummer, die Rolf Störk unter anderem gemeinsam mit Gerhard Müller und später mit Manfred Denz spielte. Auch bei der Turnernummer war er regelmäßig dabei. In den 70er Jahren war Störk auch bekannt für seine teils spektakulären Fasnachtswagen, mit denen er am Görwihler Umzug teilnahm. Für seine Verdienste ernannte ihn der Neunerrat zum Ehrenrat.

Rolf Störk war immer für eine Überraschung gut. Als er 17 Jahre das Gasthaus Adler führte, war das zwar kein klassisches Jubiläum, aber trotzdem wollte er ein bisschen mit seinen Gästen feiern. Das war 2011. Also lud er sie zu einem Wettbewerb ein. Wer die Zahl der Flaschendeckel in einem großen Behälter richtig schätzte, konnte einen Flug in eine europäische Hauptstadt gewinnen. Zweiter Preis: Nachtessen für vier Personen im Adler. Dritter Preis: Eine Tagesfahrt mit dem Wirt höchstpersönlich. Wohin? Eine Überraschung.

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