Die Gemeinde Görwihl hat Großes vor: Kaum ist der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus im Hauptort erfolgt, kamen an der Gemeinderatssitzung am Montag weitere Neubaupläne auf den Tisch. Als Nächstes soll bei der Grundschule anstelle des Lehrerwohnhauses ein neuer Kindergarten entstehen. Außerdem soll zwischen Hallenbad und Hotzenwaldhalle neben der Hackschnitzelheizung ein Archiv mit Lagergebäude errichtet werden. Die entsprechenden Pläne stellte Architekt Peter Schanz vor.

Abriss: Die Grundschule und das Lehrerwohnhaus in Görwihl sollen dem neuen Kindergarten weichen. Bild: Charlotte Fröse
Abriss: Die Grundschule und das Lehrerwohnhaus in Görwihl sollen dem neuen Kindergarten weichen. Bild: Charlotte Fröse | Bild: Charlotte Fröse

Kosten nannte er nur für das Lagergebäude: 560 000 Euro könnte der Neubau kosten, was für Gemeinderat Matthias Eschbach zu viel war. Eschbach forderte mit dem Hinweis, es handle sich „nur“ um ein Zweckgebäude, „einen Deckel mit 500 000 Euro zu setzen“. Wie teuer der Kindergartenneubau zu stehen kommt, kam nicht zur Sprache. Schanz zeigte lediglich, wie das Gebäude aussehen könnte. Dafür soll neben dem Lehrerwohnhaus auch die Grundschule abgerissen werden.

Kindergarten zweigeschossig und unterkellert

Der geplante zweigeschossige, unterkellerte Kindergarten soll Platz für vier Gruppen zu je 25 Kindern im Alter von über drei Jahren sowie zwei Krippengruppen für je zehn Kinder unter drei Jahren bieten. Auf insgesamt rund 1340 Quadratmeter Nutzfläche sollen Gruppenräume, Krippenräume, Bistro und Mensa (auch für Grundschüler gedacht), Mehrzweckraum und Büroräume, im Keller Werk-, Bewegungs- und Technikraum eingerichtet werden. „Im Obergeschoss wäre auch eine andere Nutzung, zum Beispiel für Altennachmittage, möglich“, erklärte Peter Schanz. Den Hintergrund des ambitionierten Projekts brachte Bürgermeister Carsten Quednow so auf den Punkt: „Die Gemeinden haben sich in Zukunft intensiver um Kinder im Alter von ein bis zehn Jahren zu kümmern. Eine größere Planung bedeutet für uns eine bessere Steuerung des Bedarfs.“ Man habe für die Zukunft sogar an sechs Kindergartengruppen gedacht, rechtfertigte er den Neubau. Eine Sanierung des jetzigen Kindergartens beim Pfarrsaal käme nicht in Frage, ergänzte er, „da würden wir nichts dazu gewinnen“.

Architekt Peter Schanz stellte dem Gemeinderat das neue Archiv- und Lagergebäude in Görwihl vor. Bild: Peter Schütz
Architekt Peter Schanz stellte dem Gemeinderat das neue Archiv- und Lagergebäude in Görwihl vor. Bild: Peter Schütz

Sportlicher Zeitplan

Quednow will Gas geben: „Wir wollen sportlich sein und mit der Umsetzung des Projekt bereits 2019 beginnen“, sagte er. Bis 2022/23 soll der Neubau bezugsfertig sein. Zustimmung gab es aus dem Gemeinderat. „Das Konzept ist stimmig und schlüssig“, fand Gemeinderat Herbert Nägele. Ähnlich Gemeinderätin Claudia Huber: „Der Vorschlag ist zukunftsweisend.“ Die nächste Planung sei, das Hauptschulgebäude umzubauen, blickte Quednow voraus. Zügig soll es auch mit dem Bau von Archiv und Lagergebäude voran gehen. Während das unterkellerte Archiv aus Stahlbeton beheizt werden soll, soll das darauf gesetzte Lagergebäude ein unbeheizter Holzbau zur Lagerung von Marktständen und Bauhofmaterial werden. Nutzfläche insgesamt: 340 Quadratmeter. Zurzeit ist das Archiv der Gemeinde Görwihl an drei verschiedenen Orten in Niederwihl, Rüßwihl und Görwihl verteilt untergebracht – „drei alte Klassenzimmer voll mit Akten“, so Quednow.