Müller lebte zuletzt in Bad Säckingen und betrieb in Obersäckingen direkt an der Bundesstraße einen Laden für Antiquitäten. Für die SPD hatte er eine Amtsperiode lang im letzten Kreistag des Altkreises Säckingen einen Sitz inne. Er war neben dem damaligen Görwihler Bürgermeister Harald Scheuble und Karl Kaiser einer von drei Kreisräten aus Görwihl.

In den 60er und 70er Jahren war er in der Gemeinde Görwihl in zahlreichen Vereinen aktiv, unter anderem übernahm er auch Verantwortung in der Vorstandschaft. Beruflich war er zunächst Leiter der Hotzenwaldbank Görwihl bis gegen Ende der 70er Jahre. Dann zog er aus der Gemeinde Görwihl weg.

Gerhard Müller gehörte im Jahr 1959 zu den Gründungsmitgliedern des Neunerrates, der vom damaligen Pfarrer Alfred Frei initiiert wurde. Bekannt war Müller bei den Neunerratsabenden im Duo mit Rolf Störk als Jupp und Pieter, die später als Dick und Doof firmierten.

Besonders erinnert man sich aber an seine in Versform vorgetragenen Einzelvorträge mit Nachthemd, Schlafkappe und Kerze – eine Nummer, die er nach jahrzehntelanger Pause im Jahr 2009 zum 50-jährigen Bestehen des Neuneurrates auf Initiative von Richard Baumgartner nochmals auf die Bühne brachte. Seit Anfang der 70er Jahre hatte Gerhard Müller bis 1977 als Präsident die Geschicke des Neunerrates bestimmt.

Das Amt des Vorsitzenden bekleidete Müller auch beim Sängerbund Görwihl mehrere Jahre von 1968 bis 1971. Müller war bekannt als hervorragender Tenor. So war seine Stimme ebenso beim Kirchenchor zu hören. Als gekonnter Redner und Darsteller zog es ihn zudem gerne auf die Bühne. Das gesellschaftliche Leben spielte sich seinerzeit im Gasthaus Rebstock ab. Dort gab die Kolpingfamilie Görwihl in den 60er Jahren meist im Januar ein Theaterstück, bei dem Gerhard Müller regelmäßig auf der Bühne stand.

Gerhard Müller zog später nach Bad Säckingen. Einige Jahre war er auch Messner in der Heilig-Kreuz-Kirche Bad Säckingen, bevor er das Antiquitätengeschäft in Obersäckingen eröffnete.