Es steht ein Baum in Strittmatt mitten im Dorf, recht seltsam zum Anschauen zwar, aber immer noch ein Baum. Verkehrt herum steht er, den Wurzelstock in den Himmel gerichtet, aber das ist noch nicht alles. Der Verzierung dient eine Puppe mit Hose und Hut oder Lampenschirm sowie allerlei Kisten verschiedener Biermarken. Ein Narrenbaum, der da steht? Was die Frage aufdrängt, ob in Strittmatt immer noch Fasnacht ist, und zur Vermutung führt, dass das Fasnachtsfeuer noch aussteht, und darüber hinaus der Hinweis, der Narrenbaum wäre woanders besser aufgehoben, sich nicht verkneifen lässt.

Zum Beispiel zwischen Niederwihl und Oberwihl, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen. Dort, im Hart, wo sich der Görwihler Gemeinderat ein Spital vorstellen kann. Was zuerst wie ein Fasnachtsscherz anmutete, ist also Tatsache: Das Hart soll als möglicher Spitalstandort in den Ring geworfen werden. Die Lage ist natürlich optimal: flach wie ein Pfannkuchen, mit Alpenblick, die Feuerwehr in der Nähe, außerdem ein Kickplatz sowie Fachgeschäfte für Bau, Elektrik und Heizung, und die Freudenberg ist auch gleich nebenan, was ganz praktisch ist, wenn mal etwas nicht ganz dicht ist. Die A 98 ist gleich um die Ecke, der Rettungshubschrauber kann sich den Landeplatz aussuchen und Nebel gibt es so gut wie nie, außer wenn man nichts mehr sieht, aber das liegt dann sicher an den Brillengläsern oder Windschutzscheiben. Landluft ist auch hin wieder zu riechen, was natürlich ein Ende haben muss, denn ein Spital von Gülle- und Mistschwaden umhüllt macht wenig Freude. Aber man soll ja nicht den Abend vor dem Morgen loben, sondern abwarten und Bier trinken, so, wie es die Strittmatter vorgemacht haben. Deren verkehrter Narrenbaum würde sich im Hart ganz gut machen. Manche glauben ja, dass das ganze Jahr über Fasnacht ist. Irgendwie nicht verkehrt, oder?

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