Um für die Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die für 2030 geplante Reduzierung der Seelsorgeeinheiten von über 200 auf 40, gewappnet zu sein, plant die Seelsorgeeinheit auf dem Hotzenwald ein ökumenisches Zentrum für moderne Christen für Körper, Geist und Seele. Ein Aspekt dieses Projektes ist die Umgestaltung der Görwihler Pfarrkirche. Am Dienstag wurde beim Workshop Chille und Chillen weiter an dem Vorhaben gefeilt.

Die Görwihler Kirche ohne Bänke – ein weiter, offener Raum
Die Görwihler Kirche ohne Bänke – ein weiter, offener Raum | Bild: Christiane Sahli

Chille (alemannischer Ausdruck für Kirche) und chillen (entspannen, zur Ruhe kommen) lautet das Motto, unter dem das Zentrum für moderne Christen stehen soll. Ein Aspekt ist dabei die Umgestaltung der Görwihler Pfarrkirche. Anfang September hatte man sich in der Kirche getroffen, um Ideen zu sammeln. Die Ersetzung der Bänke durch Stühle, ein separat heizbarer Glaskasten unter der Empore für kleinere Gottesdienste, Gesprächskreise und als Spielecke für die Kinder sowie ein kleiner Glaskasten im vorderen Bereich der Kirche mit Tabernakel wurden dabei ins Gespräch gebracht.

Anhand eines maßstabsgetreuen Modells zeigte Pfarrer Stahlberger verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung auf.
Anhand eines maßstabsgetreuen Modells zeigte Pfarrer Stahlberger verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung auf. | Bild: Christiane Sahli

Projektmanager Thomas Kaiser hatte ein Visualisierung der Kirche ohne Bänke erstellt, angesichts der Weite des Raumes für die Versammelten ein, wie es Pfarrer Bernhard Stahlberger ausdrückte, „Wow-Effekt“. Anhand eines maßstabsgetreuen Modells der Pfarrkirche wurden die in Rede stehenden Planungen erörtert und weitere Ideen eingebracht.

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Der Glaskasten unter der Empore fand nicht die Zustimmung aller, da sich dieser im Eingangsbereich der Kirche befindet und die Gottesdeinstbesucher um den Glaskasten herumlaufen müssten. Zudem wurde befürchtet, dass der Glaskasten den freien Blick in die Kirche beeinträchtigen könnte. Als Alternative wurde die Plazierung des Glaskastens im Seitenbereich der Kirche nahe des Aufgangs zur Empore ins Gespräch gebracht. Aber: In diesem Bereich steht nur wenig Platz für den Glaskasten zur Verfügung. Und der Standort unter der Empore habe den Vorteil, dass diese die Decke für den Glaskasten bilde, so der Pfarrer. Als mögliche Aternative wurden klappbare Wände ins Gespräch gebracht. Eine weitere Alternative könnte ein größerer Glaskasten im für den Tabernakel geplanten Bereich sein.

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Wichtiger als der Raum sei aber die inhaltliche Gestaltung, wurde aus den Reihen der Versammelten angemahnt. Der Raum aus Stein müsse die inhaltliche Gestaltung ermöglichen, ergänzte Pfarrer Stahlberger. Der Raum werde durch die Umgestaltung interessanter und vielfältiger, aber Inhalte dürften nicht über den Haufen geworfen werden. Denn die Liturgie in ihrer bisherigen Form werde angenommen, wurde gemahnt und die Befürchtung geäußert, dass bisherige Gottesdienstbesucher der Kirche bei einer Umgestaltung fernbleiben könnten.

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Er störe sich an der Denkweise, mit der Umgestaltung der Kirche die bisherigen Gottesdienstbesucher zu vergraulen, hielt Diakon Günther Kaiser dem entgegen. Wichtig sei, mit den Gottesdienstbesuchern ins Gespräch zu kommen und deren Meinung zu erfragen, ergänzte der Pfarrer. Über eines waren sich die Versammelten einig: Wichtig ist die Einbeziehung der jungen Generation in den Umgestaltungsprozess, denn es gehe um deren Zukunft hieß es.