Trotz kräftigem Schneetreiben herrschte am Guggen-Open-Air in Oberwihl am Samstag beste Stimmung. "Lieber Schnee als Regen" war oft zu hören. Dass Guggenmusiker so gut wie unverwüstlich sind, war offensichtlich. Zwar gab es überdachte Buden und war dort auch ordentlich was los, aber die Hauptsache, der größte Spaß, fand im Freien statt, wo die Gruppen ihre Auftritte hatten. Auf Einladung der Oberwihler Hexegugger war die Crème de la Crème der mitteleuropäischen Guggenszene erschienen: die Hotzeguggis aus Herrischried, die Löffelguggis Löffingen, die Döbeli-Röhrer aus Altenburg, die Waldstadtfäger Waldshut, die Büchelgrübler aus dem schweizerischen Zunzgen, die Guggi Bucher aus Buch, die Chrutschlämpe Rüsswihl, die Hotze- Hüüler Rickenbach, die Schinzeguggis Bergalingen, die Erbsranzeschränzer Hänner sowie die Holzöpfel aus Schachen.

Im Kilt unterwegs: die Döbeli-Röhrer aus Altenburg hatten Spaß am Guggen-Open-Air in Oberwihl.
Im Kilt unterwegs: die Döbeli-Röhrer aus Altenburg hatten Spaß am Guggen-Open-Air in Oberwihl.

"Es ist angerichtet für die geilste Party der Welt", stellte Thomas Behringer, Dirigent, Moderator und Stimmungskanone der Oberwihler Hexegugger, klar. Und wie es angerichtet war: mit sattem Sound auf einer großen Bühne, einem Space-Partyzelt, einer Bierschänke, einer Party-Hütte und quasi im Auge des Hurrikans einer offenen Bühnen-Bar. Das Open-Air ging auf dem Parkplatz der Firma Freudenberg vonstatten. Die Abteilung Oberwihl-Niederwihl der Freiwilligen Feuerwehr Görwihl hielt Brandwache, übernahm den Parkdienst und betrieb eine Essensbude.

Gut in Form: Die Hotzeguggis aus Herrischried.
Gut in Form: Die Hotzeguggis aus Herrischried.

Gastgeber und Guggengäste fackelten nicht lange. Die Party ging sofort senkrecht los. Anders gesagt: "Das Ding ist gleich eskaliert", so Thomas Behringer. Viel Interessantes zu sehen gab es auch. Die Kleidungen der Guggenmänner und -frauen waren nicht nur wetterfest, sondern auch optisch ein Ereignis. Die Döbeli-Röhrer erschienen im schottischen Kilt, die Büchelgrübler so fanta-stisch wie die bekannte orangenfarbige Limonade.

Andere schützten sich mit dicken Pelzen gegen die Schneemassen. Und die Musik? War von A bis Z genau das, was man von einem Guggen-Open-Air erwartet: laut, tanzbar, schräg.

Ganz schön bissig, diese Herren vom Bodensee. Bild: Peter Schütz
Ganz schön bissig, diese Herren vom Bodensee. Bild: Peter Schütz