Einen großen Zulauf gab es bei der zwölften Nacht der Musik in der Görwihler Pfarrkirche. Nicht nur die Kirche selbst war während des gesamten, gut fünfeinhalbstündigen Programms gut gefüllt, auch der Pfarrsaal, in dem die KJG die Bewirtung für die Gäste übernommen hatte, füllte sich im Laufe des Abends immer mehr mit gutgelaunten Gästen. Auch in der Kirche, die stimmungsvoll mit zahllosen Kerzen dekoriert war, herrschte eine teils feierliche, vorweihnachtliche Atmosphäre. Teils ging es aber auch durchaus peppig zur Sache, ein Zeichen für die große musikalische Vielfalt, die auch in diesem Jahr die Nacht der Musik wieder auszeichnete.

Der Nachwuchs: Eine bunte Vielfalt bot die Nacht der Musik, das Jugendorchester Rickenbach demonstrierte eindrücklich seine sinfonische Meisterschaft.
Der Nachwuchs: Eine bunte Vielfalt bot die Nacht der Musik, das Jugendorchester Rickenbach demonstrierte eindrücklich seine sinfonische Meisterschaft. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Rolf Albiez hatte erneut eine große Bandbreite an Gruppierungen für diese Mammutveranstaltung gewinnen können, durch die er und seine Familie die Gäste führte, unterstützt durch die übersichtliche Präsentation auf der großen Leinwand, die alle Akteure und deren Musikauswahl ankündigte. Mit erstaunlich geringem Leerlauf, trotz der vielen Umbauten und einer großen Disziplin aller Gruppen bei der Einhaltung des Halbstundentaktes, war die ganze Nacht gut durchstrukturiert und durchaus auch im Ganzen ein Genuss, wenngleich jeder Besucher ohne weiteres die Wahl hatte, sich einzelne Beiträge auszusuchen.

Zungenbrecher und Interpretationen

Den Anfang machte der Kirchenchor Strittmatt unter der Leitung von Karlheinz Maier, zusätzlich am Keyboard unterstützt durch Nelly Ziegler. Mit viel Begeisterung und ebenso viel Rhythmusgefühl interpretierte der Chor flotte Stücke wie etwa den Zungenbrecher „Hlohonolotatsa“. Mit ausgesuchten, sehr gut vorbereiteten Flöten-, Klavier- und Akkordeonbeiträgen präsentierten sich Schüler der Musikschule Görwihl, Pianistin Hannah Hinger wartete sogar mit einer eigenen Improvisation auf.

Die Evergreens: Die Trachtenkapelle Strittmatt wiederholte die Höhepunkte ihres Jahreskonzertes.
Die Evergreens: Die Trachtenkapelle Strittmatt wiederholte die Höhepunkte ihres Jahreskonzertes. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Das Saxophonquintett Safer Sax hatte eigens ein neu einstudiertes Adventsprogramm mitgebracht, das sowohl andächtige Arrangements von Klassikern wie Händel oder Corelli als auch Fetziges wie „Piano Man“ oder einen Jazzstandard von Irving Berlin enthielt. Die Trachtenkapelle Niederwihl unter der Leitung von Karlheinz Huber glänzte vor allem mit Armin Koflers „Schmelzende Riesen“, ein Stück, das sowohl die Erhabenheit der Gletscherriesen als auch deren Gefährdung thematisiert, und das die Musiker zum ausdrucksvollen Plädoyer für den Klimaschutz gestalteten.

Heitere Lieder in Dialekt

Der Sängerbund Frohsinn Görwihl, dirigiert von Christoph Demandt, hatte eine Mischung aus russisch-orthodoxen Kirchengesängen und heiteren Liedern in Dialektform mitgebracht, Haymo Brugger wiederholte mit seiner Trachtenkapelle Strittmatt die Höhepunkte des Jahreskonzertes vom vergangenen Wochenende, darunter ein ebenso effektvoll wie lebendig vorgetragenes Medley aus „The Lion King“ sowie das Traditionsstück „Ein junger Egerländer“, zu dem das Publikum freudig im Rhythmus mitklatschte.

Die Vielfalt: Der Sängerbund Frohsinn Görwihl hatte unter anderem orthodoxe russische Kirchenmusik dabei.
Die Vielfalt: Der Sängerbund Frohsinn Görwihl hatte unter anderem orthodoxe russische Kirchenmusik dabei. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Als Kontrastprogramm zu diesem fröhlichen Beitrag präsentierte Rosemarie Jensen anschließend zusammen mit den Sängern ihres Sing-mit-Herz-Projektes meditative gesungene Gebete zu jeweils mehrfach wiederholten kurzen Texten.

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Ihren ersten Auftritt als Dirigentin absolvierte Marion Lüttin bei dieser Nacht der Musik mit der Hotzenwald Bauernkapelle Görwihl, die in der Hauptsache Filmmusik mitgebracht hatte. Unter anderem profilierte sich Organisator Rolf Albiez, der ja bereits mit der Gruppe Safer Sax auf der Bühne gestanden hatte, als versierter Solist im Hit „Moon River“. Uralte Texte aus der nordischen Mythologie interpretierten Sängerin Claudia Böhler und Gitarrist Markus Baumann zusammen mit Julia Williams, die einige Texte zur Musikuntermalung sprach.

Appell zum Singen

Einen großartigen Querschnitt seines ausgezeichneten Könnens bot das Jugendorchester Rickenbach unter der Leitung von Ralf Eckert mit einem feurigen spanischen Tanz auf der einen und dem getragenen „Song for You“ auf der anderen Seite. Den Abschluss des Abends machte wie gewohnt das Trio David & Co. Gemeinsam mit Bassist Jürgen Ganter und Moritz Heinicke, der neben der Gitarre auch seine Mundharmonika gekonnt zum Einsatz brachte, interpretierte David Keck Titel von David Bowie oder der Creedence Clearwater Revival Band und entließ die Zuhörer mit dem Appell: „Singt, denn Singen macht glücklich, und Musik ist wie Medizin“.

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