Die Familie Maier ist eine äußerst musikalische Familie und wirkt seit Jahrzehnten in der Hotzenwald-Bauernkapelle Görwihl mit. Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, sind die Eltern von Valentina, Pauline, Lena und Frieda ebenfalls und schon recht lange mit der Blasmusik vertraut. Karin Maier, gebürtige Kaiser (43), ist Schriftführerin bei der Bauernkapelle und spielt Klarinette, ihr Ehemann Christian (47) Posaune. Als Christoph Kaiser, Vater von Karin Maier, noch aktiv im Verein mitwirkte, hatten sogar drei Generationen musikalische Ambitionen.

30 Prozent der Hotzenwald-Bauernkapelle

Wird die Verwandtschaft – Geschwister, Cousins – dazu gezählt, machen die Familien Maier und Kaiser circa 30 Prozent der Hotzenwald-Bauernkapelle aus – alle schön verstreut im ganzen Orchester. „Wir kommen gut aneinander vorbei“, sagt Karin Maier, seit 1985 dabei. Bei Konzerten am nächsten kommen sich Mutter Karin und Tochter Pauline: Sie spielen in der zweiten Reihe nebeneinander Klarinette. Lena befindet sich mit der Querflöte in der ersten Reihe, Christian mit der Posaune zwei Reihen weiter entfernt. Valentina steht in der hintersten Reihen bei der Perkussion.

Die Familie Maier an den Instrumenten: Stehend von links Lena, Karin, Christian und Pauline, am Schlagzeug Valentina, vorne Frieda. Bild: Peter Schütz
Die Familie Maier an den Instrumenten: Stehend von links Lena, Karin, Christian und Pauline, am Schlagzeug Valentina, vorne Frieda. | Bild: Peter Schütz

Dieses Jahr hat sie das Leistungsabzeichen in Bronze am Schlagzeug absolviert. Ihre Ausbildung dauerte vier Jahre, jedoch mit Unterbrechung, da der erste Schlagzeuglehrer aufgehört hatte und erst wieder ein neuer gefunden werden musste. Die Jung-Musikerin ließ sich davon aber nicht aus dem Takt bringen und führte ihre Ausbildung beharrlich zu Ende. In der Familie Maier hat der gesamte weibliche Teil inklusive Mama das Leistungsabzeichen in Bronze an ihren Instrumenten erworben. Auf Vater Christians musikalische Fähigkeiten ist auch ohne Abzeichen Verlass.

Kinder spielen ohne Zwang

„Jedes Mädchen hat selbst entschieden, welches Instrument es spielen will“, berichten die Eltern. Es gab keinen Zwang, aber, so Karin und Christian Maier: „Man kann‘s schmackhaft machen.“ Außerhalb der Bauernkapelle spielt die Familie Maier eher selten zusammen, vielleicht an einem runden Geburtstag, wenn es sich ergibt. Auch Zuhause kommt es kaum vor, dass alle miteinander musizieren. Auf ein Jahreskonzert hin wird in der Hotzenwaldhalle oder im Probelokal geübt, daheim höchstens jedes für sich in einem Zimmer.

Nesthäkchen schon in den Startlöchern

Nach einem Konzert aber, wenn alle wieder unter einem Dach vereint sind, gibt es, so Karin Maier, „schon manchmal lebhafte Diskussionen“. Nur die Jüngste, Frieda, muss sich noch etwas gedulden. Wenn ihre Eltern und Geschwister an der Probe sind, muss sie mit Oma daheim bleiben – „und deshalb will sie bald loslegen“, sagt Friedas Mutter. Frieda will übrigens Trompete lernen – das Instrument, das schon ihr Opa gespielt hat. Der GBH geht die Ausbildungsarbeit also nicht aus.

Der Verein

Die Hotzenwald-Bauernkapelle Görwihl als Nachfolgerin des früheren Musikvereins Görwihl ist einer der ältesten nachweisbaren Vereine des Hotzenwaldes. Aus den Protokollen der Gründungsversammlung geht hervor, dass sich am 8. Juli 1861 nach mehreren vorbereitenden Besprechungen 18 musikbegeisterte Bürger des Dorfes zu einem Musikverein zusammengeschlossen haben. Der Musikverein Görwihl heißt seit 1955 Hotzenwald-Bauernkapelle. Kommenden Sonntag, 20. Oktober, spielt die Bauernkapelle im Rahmen der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Görwihl beim Gottesdienst auf.