Das Schicksal der 29-jährige Julia aus Laufenburg beschäftigt die ganze Region. Für die junge Frau, die mit der Diagnose Blutkrebs konfrontiert ist, ist eine Stammzellenspende die einzige Überlebenschance. Es gibt eine Welle der Hilfsbereitrschaft, am ganzen Hochrhein haben viele Einrichtungen und Unternehmen die Unterstützung zugesagt. Doch bislang blieb die Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für Julia erfolglos.

Julia ist auf einen Spender angewiesen.
Julia ist auf einen Spender angewiesen. | Bild: privat

Deshalb hat sich ihr Bruder Marco Schlachter Gedanken gemacht, ob und wie eine Stammzellenspende in der Region möglich ist. Dabei hat er die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aktivieren und zwei Vereine in der Gemeinde Görwihl als Helfer für die Registrierungsaktion „Julia sucht Helden“ am 20. Juli ins Boot holen können: Der Musikverein Oberwihl und der Fußballverein Eintracht Wihl wollen Julia helfen.

Helfen als Selbstverständlichkeit

„Wir brauchten das nicht zu beschließen, das war klar“, berichten Stefanie Ebi und Claudia Baier, die Vorsitzenden des Musikvereins Oberwihl, bei dem Julia ihre musikalische Ausbildung absolviert hat und seit 20 Jahren aktiv ist. Parallel hat Marco Schlachter als Vorstandsmitglied von Eintracht Wihl „seinen“ Verein um Unterstützung gebeten – auch bei den Kickern war es klar, unterstützend zu wirken, wie Vorsitzender Klaus Watzinger und dessen Stellvertreter Stephan Jehle berichten. Das Ergebnis: Mittlerweile wollen insgesamt fast 50 Personen inklusive Julias Familie an der von der DKMS betreuten Registrierungsaktion im Niederwihler Pfarrsaal helfen. Dort soll eine Frau oder ein Mann mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen, wie Julia sie aufweist, gefunden werden, die oder der dann auch zur Stammzellspende bereit ist. „Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur so können sie als Lebensretter gefunden werden“, erklärt Marco Schlachter. Mittlerweile hat auch die Feuerwehrabteilung Oberwihl-Niederwihl ihre Unterstützung zugesagt. Sie wird einen Parkdienst stellen – auch dies ein Zeichen der Solidarität mit Julia.

Vereine und Firmen unterstützen Aktion

Ebenso haben sich Handel und Gewerbe in der Region nach Bekanntwerden von Julias Schicksal eingeschaltet. Etliche Firmen und Geschäfte haben Flächen in ihren Räumen für Plakate und Flyer angeboten. „Es sind viele Firmen aktiv auf die Familie zugekommen“, blickt Marco Schlachter zurück. Hinzu kommen Verbände wie der Blasmusik- oder der Guggenmusikverband, die sich auch in einer Form an der Hilfsaktion beteiligen wollen. Fest steht außerdem, dass an der Aktion in einer Woche Kaffee, Kuchen und Getränke angeboten werden. „Der Erlös davon“, so Marco Schlachter, „geht an die DKMS“. Geldspenden werden dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft DKMS allein für die Registrierung eines jeden neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.

Suche nach Stammzellenspender

  • Unterstützung: Folgende Firmen und Vereine unterstützen die Aktion „Julia sucht Helden“: Schmidt´s Märkte, Gloria Theater Bad Säckingen, Maier Milch Oberwihl, Eckert Werbung Murg, Brauerei Rothaus Grafenhausen, Fitz Kola Hamburg, Strasser Getränke Murg, Meierling Ventilatoren Laufenburg, Musikverein Oberwihl, Fußballverein Eintracht Wihl, Freiwillige Feuerwehr Görwihl Abteilung Oberwihl-Niederwihl, Volksbank Rhein-Wehra.
  • Die Aktion: Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann helfen und sich am Freitag, 20. Juli, von 16 bis 20 Uhr im Pfarrsaal Niederwihl, Gemeinde Görwihl, als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registrieren lassen.
    Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird bei den Spendern ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit deren Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. Aktuelle Informationen zu Julia und zur Aktion sind im Internet zu finden (https://mediacenter.dkms.de/patientenaktion/julia-sucht-helden/). (psc)