Regenbogenfarben sind schön. Aber wenn sie im Wasser schwimmen, ist Misstrauen angebracht. Das haben sich auch zwei Männer aus der Gemeinde Görwihl gedacht, als sie anfangs März an einer Einmündung in die Alb einen schmierigen Film in eben diesen Farben entdeckten. Ihr erster Gedanke: Das sieht ungesund aus. Zweiter Gedanke: Die Feuerwehr muss her. Die kommt schließlich auch, wenn Öl auf der Straße liegt. Tatsächlich rückte eine kleine Delegation der Albbrucker Feuerwehr an, da der Ort, wo sich der Schmierfilm ins saubere Albwasser ergoss, auf Albbrucker Gemarkung liegt. Die Aktion endete damit, dass die Feuerwehr wieder unverrichteter Dinge abrückte. Der Einsatz war also kurz.

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Umso mehr Zeit nahm sich danach der Verfasser des Einsatzberichtes, der immer noch stramm auf der Homepage der Albbrucker Feuerwehr steht, verziert mit einem Totenkopf-Emblem. Wir lesen: „Einsatz 4 – Narri Narro. 03.03.2019 – 18:14 Uhr. Sherlock Holmes und Dr. Watson der Niederwihler Anti-Steinbruch-Piraten hatten sich zur Reaktivierung ihrer Lebensgeister in den Albcanyon begeben. Auf ihrer Tour wollten sie sich am „Roten Meer“ ausruhen. An der Oberfläche entdeckten sie ein regenbogenschimmerndes Wasser. Was das wohl sein mag? Haben wir eine Ölquelle gefunden (Wir sind reich!!) oder hät nur än Albgaischt is Wasser gseicht? Hier kann nur die Feuerwehr helfen, dachten sie. Die Nummer kaum gewählt, standen drei Floriansjünger bereit. Der Regenbogen hatte sich leider verzogen (War die Sonne untergegangen oder hät dä Albgaischt si Gschäft beendet?) und selbst die besten Feuerwehraugen konnten nichts Ungewöhnliches entdecken. Kei Öl, kei Geld, scheiß auf die Welt!! – Dachten sich alle Beteiligten und zogen in völliger Armut von Dannen. Narri, Narro.“

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Dann folgt der Hinweis: „In der Regel bemühen wir uns um sachliche Berichterstattung. Manchmal können wir aber nur den Kopf schütteln, wie die Hilfsbereitschaft der Feuerwehr, hier noch unter politischen Vorwand, missbraucht wird!“

Ist das gesund? Regenbogenfarben in der Alb. Bild: Privat
Ist das gesund? Regenbogenfarben in der Alb. | Bild: Privat

Nun ist Fasnacht schon eine Weile vorbei, aber offenbar gibt es Leute, die einfach nicht loslassen können. Im Ernst jetzt: Die Männer, die die Feuerwehr riefen, hatten sich die Regenbogenfarben in der Alb nicht ausgemalt, sondern fotografiert. Ergebnis: Das sieht nicht lecker aus. Aber vielleicht weiß der Verfasser des Einsatzberichtes, wie man daraus eine genießbare Substanz herstellt. Zum Beispiel Ölforellen in Regenbogensuppe, garniert mit verklebten Schwanenfedern auf Granitblume. Bon Appetit.