Marco Schuler präsentierte im Pfarrgarten vor zahlreichem Publikum, darunter auch Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow sowie dem ehemaligen Schönauer Bürgermeister Bernhard Seger, seine Holz­installation „Orbi“. Im Anschluss gastierte die Kammerpopband von Johannes Büttner im Pfarrsaal, wo gleichzeitig der Video-Loop von Tobias Eder lief. Die Jugendlichen der KJG Görwihl sorgten mit Grillspezialitäten für die Verpflegung der Gäste.

Ungewohnte Umgebung

Marco Schuler mutmaßte, sein „Orbi“ müsse sich wohl etwas seltsam fühlen im Pfarrgarten zwischen Engeln, umrahmt von Gebäuden, sei er es doch gewohnt gewesen, über allem zu stehen, die direkte Verbindung sozusagen zwischen Himmel und Erde. Sein „Orbi“ war 2012 auf dem Gipfel des Belchen aufgebaut, wozu die tatkräftige Hilfestellung von Bernhard Seger und seinen Mitarbeitern nach anfänglich kritischer Beäugung des Vorhabens wesentlich beigetragen hatte. Seger hatte sich von der Idee Schulers überzeugen lassen. Der Künstler wollte einen Raum schaffen, der nicht betreten werden kann, einen Ort des Geheimnisses, der indes gleichzeitig den Betrachter mit seinen augenartigen Öffnungen beständig anschaut und eine große Präsenz besitzt.

Bänke als Material

Dieser Idee zugrunde lag die Gemeinsamkeit aller drei großen Religionen, das Mysterium des Lebens als Verborgenes, Unantastbares zu begreifen. Nach dem Papstbesuch von 2011 erhielten etliche Künstler das Angebot, jeweils eine der am Flugplatz eigens aufgebauten Bänke für künstlerische Zwecke zu übernehmen. Schuler erklärte, er brauche gleich 30 davon – als Material für seinen „Orbi“.

Geheimnisse

An dem Tag, als auf dem Belchen der erste Schnee fiel, wurde das Kunstwerk aufgestellt, und er hat seither so manchem Sturm getrotzt. Nun soll er auch in Görwihl mindestens alle vier Jahreszeiten einmal miterleben. Pfarrer Bernhard Stahlberger meinte überzeugt, die Verbindung zwischen Himmel und Erde herzustellen, sei eine Aufgabe, die er immer noch wahrnehme. Auch das Geheimnisvolle sei ihm geblieben, und dennoch sei er offen, schaue in alle Richtungen und lade, wenn seine Augen uns nachschauen, uns nicht aus dem Blick lassen, uns dazu ein, ebenfalls offen zu sein für das Geheimnis, für die Gaben des Geistes.

Die Kammerpopband von Johannes Büttner spielte im Pfarrsaal vor dem Video-Loop von Tobias Eder bekannte Lieder.
Die Kammerpopband von Johannes Büttner spielte im Pfarrsaal vor dem Video-Loop von Tobias Eder bekannte Lieder. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Nach dieser Präsentation bot die Kammerpopband mit Schlagzeugerin Annerose Sostaritsch, Trompeter Wolfgang Zumpe und Techniker Hansi Grün unter der Leitung von Johannes Büttner Klassiker und Raritäten aus der Popgeschichte der 80er und 90er Jahre dar. Darunter waren „The Sweetest Taboo“ oder „Smooth Operator“ von Sade, „Street Life“ von Randy Crawford und den Crusaders oder ein Schmusetitel von Simply Red. Sie hatten außerdem Titel wie „Sir Duke“ von Stevie Wonder im Programm, in denen der Trompeter sein Können unter Beweis stellen konnte, und erklärten programmatisch „Don’t Give Hate A Chance“.