Die Forstbetriebsgemeinschaft Ibach-Hotzenwald-Todtmoos geht ohne Vorsitzenden ins neue Geschäftsjahr. Trotz intensiver Bemühungen von Wahlleiter Herbert Nägele gelang es nicht, für den nicht mehr kandidierenden Clemens Speicher einen Nachfolger zu finden.

Clemens Speicher will nach mehr als einem Vierteljahrhundert nicht weiter an der Spitze der Forstbetriebsgemeinschaft stehen.
Clemens Speicher will nach mehr als einem Vierteljahrhundert nicht weiter an der Spitze der Forstbetriebsgemeinschaft stehen. | Bild: Archiv

Bereits vor einem Jahr hatte Speicher angekündigt, dass er bei dieser Hauptversammlung nicht mehr für den Posten des Vorsitzenden kandidieren werde. „26 Jahre sind genug“, sagte der Land- und Forstwirt aus Ibach. Es mangle ihm an der Zeit und außerdem schwinde nach so langer Zeit an der Spitze der Forstbetriebsgemeinschaft auch die Motivation, sagte er.

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Für viele Mitglieder, die an der Versammlung anwesend waren, war dann allerdings der Wahlmodus für die Wahlen des Gesamtvorstands völlig unverständlich. So wurde die Wahlprozedur nicht mit der Wahl des Vorsitzenden eröffnet, sondern mit der Wahl der Beisitzer. Hier gab es keine Probleme, denn alle bisherigen Beisitzer, Michael Maier, Gerhard Hilpert, Markus Maier, Matthias Huber, Michael Arzner, Paul Schrieder und Roland Waßmer kandierten wieder und wurden dann in offener Abstimmung gesamthaft einstimmig wiedergewählt. Gerhard Mutter, der bisherige stellvertetende Vorsitzender, erhielt auch wieder einstimmig das Vertrauen der Mitglieder.

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Bei der Wahl zum Vorsitzenden kamen aus dem Rund zahlreiche Vorschläge. Doch keiner, sei es der Görwihler Bürgermeisterstellvertreter Herbert Nägele, Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser oder der Hogschürer Ortsvorsteher Michael Arzner, war bereit, zu kandidieren. Auch eine Denkpause, die für ein gemeinsames Vesper genutzt wurde, nutzte nichts, um einen Kandidaten zu finden. So gab es dann den Vorschlag, dass der bisherige stellvertretende Vorsitzende Gerhard Mutter die Forstbetriebsgemeinschaft kommissarisch führen wird, bis in einer neuerlichen Versammlung jemand bereit ist, zu kandidieren. Bei dieser neuerlichen Versammlung soll auch der bisherige Geschäftsmodus vom Kalenderjahr auf das Forstjahr (1. Juli bis 30. Juni) geändert werden und geklärt werden, ob es satzungsgemäß möglich ist, den bisherigen langjährigen Vorsitzenden Clemens Speicher zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen.

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In der gut besuchten Versammlung beleuchtete Vorsitzender Clemens Speicher das vergangene Jahr. In sieben Sitzungen des Vorstands wurden die Aktivitäten der Forstbetriebsgemeinschaft beraten, ehe Geschäftsführer Ulrich Faschian verdeutlichte, dass das Jahr 2018 weder für die Waldbesitzer noch für die FBG ein gutes Jahr war. Große Einschlagsmengen konnten teilweise erst verspätet abgefahren werden. „Die Sägewerke waren voll“, sagte Faschian. Wobei erschwerend hinzugekommen sei, dass auch viele kleine Holzmengen zum Verkauf bereit standen, deren Abfuhr immer mehr Probleme bringe, da kleine Sägewerke immer mehr ihren Betrieb aufgeben und Fuhrunternehmer nicht bereit seien, kleine Holzmengen zu transportieren. Sorge bereite auch der Preisverfall beim Holz, der zu einem Fehlbetrag geführt habe. So sank der durchschnittliche Festmeterpreis gegenüber dem Vorjahr von 58 Euro auf 54 Euro. Qualitativ hochwertiges Holz sei bedeutend mehr gefragt und so auch der Preis besser.

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Nach wie vor sind die Forstbetriebe in der Region mit der Käferholzproblematik belastet. Es gebe keine neuen Erkenntnisse, war zu hören. Es gelte, besonders ältere Wälder stetig zu beobachten und bei Unsicherheit einen Fachmann zu befragen.