Die Görwihler Kläranlage ist in die Jahre gekommen und soll in absehbarer Zeit außer Betrieb genommen werden. Darauf einigte sich der Gemeinderat am Montag bei einer Enthaltung von Beate Freitag (Grüne). Die Abwässer der Gemeinde Görwihl sollen – der Zeitpunkt steht noch nicht fest – der Kläranlage in Albbruck zugeführt werden. Diese ist groß genug, um die Abwässer von weiteren 2750 Einwohnern zu behandeln. Bereits heute werden in Albbruck die Abwässer der Görwihler Ortsteile Oberwihl, Niederwihl, Rüßwihl und Tiefenstein (insgesamt 1500 Einwohner) aufgenommen.

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Die Gemeinde Görwihl ist bereits Mitgesellschafter des Abwasserzwecksverbands Vorderes Albtal zusammen mit Albbruck und Dogern. Nach dem Beschluss des Gemeinderates werden nun die entsprechenden Gespräche aufgenommen. Was offenbar auch im Sinne des Regierungspräsidiums Freiburg ist. Dieses habe, so Bürgermeister Carsten Quednow, „signalisiert, den Anschluss an Albbruck zu forcieren“. Die Umstrukturierung hat jedoch ihren Preis. Laut Ingenieur Philipp Gack, der zusammen mit Mario Bitsch von Weber Ingenieure ein Strukturgutachten erstellt hat, muss die Gemeinde Görwihl rund 2,9 Millionen Euro ausgeben.

Förderung in Aussicht

Immerhin: Ralf Kech vom Landratsamt Waldshut stellte eine Förderung von 25 Prozent in Aussicht, da Görwihl ein Gutachten erstellt hat sowie eine interkommunale Zusammenarbeit anstrebt. Görwihl hätte aber immer noch zwei Millionen Euro selber aufzubringen. Diese Kosten rühren von diversen notwenigen Baumaßnahmen her – unter anderem von einer Sanierung des Pumpwerks Steig zwischen Tiefenstein und Schachen (272.000 Euro) sowie einer neuen Abwasserleitung von Görwihl nach Tiefenstein (1,3 Millionen Euro).

Vorteile bei einer größeren Anlage

„Das Abwasser wird im freien Fall nach Tiefenstein fließen“, erklärte Philipp Gack. Eine Sanierung der mittlerweile rund 40 Jahre alten Kläranlage inklusive Neubau eines Kombibeckens würde ebenfalls 2,1 Millionen Euro kosten, ohne Neubau eine Million Euro. Das Betriebspersonal der Kläranlage – derzeit sind zwei Facharbeiter von der Gemeinde Görwihl beschäftigt – würde angestellt bleiben. „Wir werden auf das Personal nicht verzichten können, denn das eigene Abwassernetz in Görwihl muss weiterhin betreut werden“, sagte Bürgermeister Quednow. Der mit Blick auf den Anschluss an die Albbrucker Anlage fand: „Ökologisch gibt es nur Vorteile bei einer größeren Anlage.“ Dazu sagte Verbandsvorsitzender Stefan Kaiser, Bürgermeister von Albbruck: „Die Kläranlage in Albbruck hat alle Möglichkeiten.“ Was später mit der Görwihler Kläranlage geschehen soll, blieb offen. Vorschlag von Philipp Gack: „Vielleicht können sie ein Museum daraus machen.“