Der Unmut Görwihler Hundebesitzer über die um 100 Prozent auf 200 Euro angestiegene Hundesteuer (wohlgemerkt nur für den Ersthund, alle weiteren Hunde kosten weiterhin 200 Euro) ist ungebremst. Am Montagabend machten sich zu Beginn der Gemeinderatssitzung Hundebesitzer zum wiederholten Mal in einer emotional getragenen Diskussion Luft über die ihrer Meinung nach ungerechte, unsoziale und willkürliche Festsetzung der Hundesteuer ab Januar 2019.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Bürgerfragen drehten sich mitunter darum, wie die Gemeinde mit der Hundesteuererhöhung den Verunreinigungen durch die Hunde beikommen wolle, oder was mit dem Geld aus der Hundesteuer für die Hundebesitzer und ihre Vierbeiner Gutes gemacht werde. Bürgermeister Carsten Quednow sah keinen Anlass, diesbezüglich eine Begründung abzugeben, zumal es sich bei der Hundesteuer um eine sogenannte Lenkungssteuer handle, wie er betonte.

Das könnte Sie auch interessieren

Derzeit sind 240 Hunde in Görwihl gemeldet, im Jahr 2000 waren es lediglich 70. Einige der Zuhörer bekundeten zudem, dass die Erhöhung der Hundesteuer, ihrer Meinung nach zu Recht, dazu führen werde, dass Hundebesitzer ihre Hunde nicht mehr in Görwihl, sondern eventuell in einem Ort mit niedrigeren Steuern anmelden würden. Bürgermeister Carsten Quednow machte die Hundebesitzer darauf aufmerksam, dass dies nicht rechtens sei und die Verwaltung ihrerseits diesbezüglich in einen engen Dialog mit den Nachbargemeinden treten werde, um festzustellen, wo die Hunde ihren Hauptwohnsitz hätten, denn dort seien sie auch steuerpflichtig.

Das könnte Sie auch interessieren

Bürgermeister Quednow, der unter anderem als „Rekordmeister in Sachen Gebühren“ bezeichnet wurde, appellierte an die aufgebrachten Hundebesitzer, den vom Gemeinderat getroffenen Entschluss und die Tatsache, dass erst in der zweiten Jahreshälfte der Gemeinderat erneut über die Höhe der Hundesteuer beraten könne, zu akzeptieren. Aus den Reihen der Hundebesitzer kam jedoch als Antwort die Androhung, das ganze Jahr über dem Gremium mit der Angelegenheit „auf den Keks zu gehen“. Quednow betonte, einem weiteren Dialog mit den Bürgern nicht aus dem Weg zu gehen. Er riet ihnen jedoch dringend, dem Bescheid zu folgen und die Steuern zu bezahlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Gegen den Bescheid zu klagen, stehe jedem Hundebesitzer zudem frei, sagte Quednow. Auf die besondere Härte sozial schwacher Hundebesitzer angesprochen, betonte Quednow, dass es nach Absprache mit der Verwaltung möglich sei, die Hundesteuer auf mehrere Monate gestückelt zu bezahlen.