Ein Rahmenprogramm braucht der Martinimarkt nicht. Weder Theater noch Break-Dance, keine Vorlesung, keine Filmvorführung. Denn der beste Film läuft live vor den eigenen Augen ab: Ein Strom von Menschen, der sich entlang der vielen Marktstände schlängelt, mittendrin immer wieder Gruppenbildungen zwecks Austausch, und natürlich die obligaten Staus an den engsten Stellen in der Gerbler City. Über allem lagen süße Düfte und deftige Gerüche. An Martini gibt es nichts, was es nicht gibt. 

Auch die Jugend mischte am Martinimarkt kräftig mit.
Auch die Jugend mischte am Martinimarkt kräftig mit. | Bild: Peter Schütz

Nach der Regenperiode kam der Martinimarkt in Görwihl am Samstag grad zur rechten Zeit. Kühl war es, aber trocken, am Nachmittag ließ sich sogar die Sonne blicken. Mit rund 180 Ständen war der Markt gut bestückt und enthielt ein Sortiment, das sich sehen lassen konnte. Die Marktteilnehmer waren aus ganz Baden-Württemberg angereist, was für Görwihl als Marktort sprach. Marktmeisterin war zum zweiten Mal in Folge Christina Schrieder, Leiterin der Touristinfo Görwihl.

In der Hütte der Trachtenkapelle Hartschwand-Rotzingen herrschte trotz großem Betrieb gute Stimmung.
In der Hütte der Trachtenkapelle Hartschwand-Rotzingen herrschte trotz großem Betrieb gute Stimmung. | Bild: Peter Schütz

Der Martinimarkt war für die heimischen Vereine ein Anlass, einmal außerhalb ihrer üblichen „Rollen“ sich an eigenen Ständen zu präsentieren. Einen speziellen Auftritt hatte der Görwihler Hotzenneunerrat. Dessen Präsident Klaus Flum verkündete am späten Nachmittag das neue Fasnachtsmotto.

Neunerratspräsident Klaus Flum zeigt, wo‘s lang geht.
Neunerratspräsident Klaus Flum zeigt, wo‘s lang geht. | Bild: Peter Schütz

Die Hotzenblitzzunft steuert die passenden Klänge bei. Das Motto lautet: „Ein Narr bloß streikt für Klimawandel, für Freibier und Drogehandel.“ Klaus Flum machte einen verbalen Rundumschlug in bester poetischer und fasnächtlicher Manier gleichermaßen. Sprach über „klein Greta“, die Politik im Allgemeinen und das Dilemma des kleinen Mannes, dem er unterschob, die Erderwärmung mit herbeizuführen. Flum konkret: „Au du bisch schuld am Klimawandel, mit jedem Furz entstoht Methan, aus euses Bier hät CO2, wenn´s Greta merkt, o wei, o wei.“ Und: „Nu Narre düent für´s Klima streike, wer schlau isch, holt de Speck zum Raike, Konfetti, Gutzle, Berlinerteig, Donnstig bis Mäntig Fasnachtsstreik.“

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