Abgehoben und dennoch bodenständig präsentierte sich der Hotzenneunerrat am Samstagabend in der Hotzenwaldhalle in Görwihl. Vor vollem Haus ließ er die bemerkenswertesten Ereignisse in und um Görwihl mit Witz und kuriosen Einfällen Revue passieren. Dabei ging der Blick immer wieder ins Jahr 1959, als der Hotzenneunerrat gegründet wurde.

Ulkig: Josef Filipovic und Thomas Starkhöfer (von links) als Dick und Doof erholen sich von der Gemeindearbeit.
Ulkig: Josef Filipovic und Thomas Starkhöfer (von links) als Dick und Doof erholen sich von der Gemeindearbeit. | Bild: Peter Schütz

Die Mannschaft um ihren Präsidenten Klaus Flum besteht also seit 60 Jahren, was auch für den „wahrscheinlich einzigen Neunerrat auf der Welt“ (Flum) kein echtes Jubiläum darstellt. Gefeiert wurde trotzdem, gelacht auch. Trotz einiger Längen, die vermutlich den Umbauten auf der Bühne geschulden waren, herrschte beste Stimmung eim närrischen Publikum. Der Laden lief, Küchenpersonal und Bedienung hatten reichlich zu tun.

Glücklich: Hans Mutschler von der Video-Überwachung freut sich über den Neunerrats-Orden.
Glücklich: Hans Mutschler von der Video-Überwachung freut sich über den Neunerrats-Orden. | Bild: Peter Schütz

Zum Auftakt gab es einige Auszeichnungen. Hans Mutschler bekam den H9R-Orden, weil er die Neunerratsabende seit 2009 filmisch festhält. Verena Hügle wurde geehrt, weil sie seit zwölf Jahren der Garde angehört. Lorena Schneider ist seit sechs Jahren, Lorena Tinius und Miriam Mutter sind seit drei Jahren dabei. Die Garde war es auch, die sogleich Zunder auf die Bühne brachte. Ihre Tänze waren choreografisch ausgeklügelt, ihre Kostüme ein echter Hingucker. Nach jedem Auftritt wurden Zugaben gefordert.

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Klassisch: Roland Lauber (links) und Klaus Flum als Don Camillo und Peppone im Clinch.
Klassisch: Roland Lauber (links) und Klaus Flum als Don Camillo und Peppone im Clinch. | Bild: Peter Schütz

Das galt in einigen Fällen auch für die Neunerräte, etwa, als Roland Lauber sich mit Liegestützen abmühte. „Einer geht noch“, riefen ein paar Witzbolde dem armen Mann auf der Bühne zu. Lauber parodierte den Bürgermeister Peppone, der in den 1950er Jahren zusammen mit dem Geistlichen Don Camillo filmischen Ruhm erlangte.

Charmant: Drei Gardistinnen nach dem ersten Tanz.
Charmant: Drei Gardistinnen nach dem ersten Tanz. | Bild: Peter Schütz

In Görwihl bewegte Lauber sich mit seinem Gegenpart Klaus Flum zwischen Wendel-Gym und Kirche, um die Probleme von heute – etwa Hundesteuer und Kindergarten – zu lösen. „Der Glaube gibt mir die Kraft, Aufgaben zu stemmen, an denen die Politik scheitert“, erklärte Don Camillo. Peppone war jedoch nicht zum Scherzen zumute, denn er hatte Kummer. „Egal, was ich mache, alles wird mir negativ ausgelegt“, sagte er, worauf Jesus vom Himmel herab rief: „Vor der ketzerischen Presse be-schütz ich dich gerne.“

Schräg: Martin Zajac (vorne) und David Keck betrachteten beim Neunerratsabend in Görwihl die Welt von oben herab.
Schräg: Martin Zajac (vorne) und David Keck betrachteten beim Neunerratsabend in Görwihl die Welt von oben herab. | Bild: Peter Schütz

David Keck und Martin Zajac betrachteten als Gleitschirmflieger den Hotzenwald aus der Luft, um ausgerechnet über Rüßwihl in Turbulenzen zu geraten. „In Rüßwihl habe ich noch keine gehabt“, hieß es, „da ist es selbst mir zu gefährlich.“ Weitere Sketche und Gesangseinlagen mit Schlagern von 1959 rundeten den Abend ab. Die Neunerräte hatten keine Kosten und Mühen gescheut. Das Publikum dankte es mit kräftigem Applaus.

Fröhlich: Diese Schlümpfe hatten mittags den Weltrekord gebrochen.
Fröhlich: Diese Schlümpfe hatten mittags den Weltrekord gebrochen. | Bild: Peter Schütz