In den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr erklangen am letzten Samstag barocke Melodien in der Kirche von Strittmatt. Die Kirche war weihnachtlich geschmückt, eine schöne Krippe wurde aufgestellt, die Hirten in der Krippe tragen hier Hotzenwäldertracht. Pfarrer Bernhard Stahlberger begrüßte das Kammerorchester Sinfonea Piccola aus Tübingen. Es sei durch Nebel und Eis nach Strittmatt „Uff em Wald" gereist.

Oboe und Trompete im Duett

Schon konzertieren Oboe und Trompete im Duett, vom Orchester untermalt, in Heinrich Ignaz Bibers Sonata Nr. 7. Bei ausgezeichneter Akustik und einer Beleuchtung wie im Konzertsaal erfreuten die Musiker die Ohren der Zuhörer. Im anschließenden Konzert von Antonio Vivaldi für Oboe, Violine, Streicher und Basso Continuo frohlockte die Oboe, Matthias Fahrner, mit der Violine von Jasper Möller, der auch als Dirigent fungierte. Auch das Fagott, der Großvater der Bassbläser, gespielt von Martin Haardt, hat eine tragende Rolle in diesem Stück. Vivaldi komponierte dieses Konzert für das Waisenhaus für Mädchen in Venedig, das er als Musiklehrer in den 1720er Jahren führte.

Höhen, Tiefen und viele Verzierungen

Der nächste Komponist, Georg Philipp Telemann, ein Autodiktat, komponierte die Sonata di Chiesa für Flöte, Streicher und Basso Continuo in Hamburg. Die goldene Flöte von Wolfgang Sternefeld, eigentlich Professor der Linguistik, dominierte mit Höhen und Tiefen und zahlreichen Verzierungen. Sie wurde von den Streichern anmutig umrahmt. Im Allegretto forderte sie unermüdlich die Antwort der Streicher, die ihrerseits ebenso flink antworteten.

Ein gewaltiger Orchesterklang

Johann Sebastian Bach, der Meister des Barocks, erklang mit seinem Konzert für Violine und Streicher in a-moll. Solistin war Elisabeth Kestel, eine der wenigen Berufsmusikern der Sinfonea Piccola. Sie führte ruhig und sicher die Streicher und Bässe durch die bekannten wehmütigen und zugleich tröstlichen Sehnsuchtsdissonanzen Bachs. Die beiden Celli und der Kontrabass gaben eine wunderbare Tiefe über der sich erhebenden Violinstimme. Das letzte Stück des Abends, das Concerto Grosso in g-moll, von Arcangelo Corelli, ist bezeichnet mit "fatto per la notte di Natale", für die Christnacht. Ein gewaltiger Orchesterklang ertönt, der Christnacht entsprechend. Acht Geigen und im Basso Continuo zwei Celli und der Kontrabass sorgten für ohrenerfüllenden weihnachtlichen Klang. Der Ideenreichtum und die gewagten harmonischen Windungen Corellis wurden vom Orchester sehr gut umgesetzt.

Viel Applaus für Musiker

Die 17 Musiker erhielten viel Applaus von den zahlreichen Besuchern und bedankten sich mit einer Zugabe. Waldhonig aus Görwihl wurde von Pfarrer Stahlberger verteilt. Von ihm wurden die Musiker auch zu einem weiteren Konzert im Rahmen des Görwihler Kultursommers eingeladen. Angelika Dahlin aus Görwihl überreichte Wachsrosen im Namen der Stiftung Rafael, die sich gegen die Verstümmelung von Mädchen in Afrika engagiert.

Die Musiker der Sinfonea Piccola überzeugten nicht nur mit ihrer musikalischen Leistung, auch das aufliegende Programmheft war sehr anschaulich gestaltet. Es war ein Hörerlebnis besonderer Art zwischen den Jahren in der einladenden Kirche in Strittmatt uff em Wald.

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