Auf Einladung der Gruppe Kultur uff’m Wald des Vereins Aktiver Hotzenwald gastierte das aus Basel kommende Cosmofonia Ensemble in der Strittmatter Kirche. Bestehend aus dem polnischen Cellisten Mateusz Pawel Kaminski, dem mexikanischen Gitarristen Krishnasol Jimènez und der japanischen Kontrabassistin Shuko Sugama interpretierte das Trio italienische Musik. So international wie diese Besetzung ist, so ungewöhnlich klang sie auch. Auf dem Programm stand „Galante“ und in der Tat überzeugte das Trio mit galanter, aber auch spritziger Interpretationskunst.

Stimme wechselt zwischen Contrabass und Cello

Gleich zu Beginn kam die Kontrabassistin mit ihrem virtuosen Können zum Zug, hatte doch Rossini, zumal im ersten Satz seines „Duetto“ für Cello und Kontrabass, seinem Hang zum wirkungsvollen Theaterdonner freien Lauf gelassen. Spannungsgeladen, kontrastreich und mit Verve gingen die beiden Virtuosen ans Werk, um diesen humorvollen, akzentreichen Satz mit viel Spielwitz gebührend in Szene zu setzen. Auch im zweiten Satz wechselte die Stimmführung zunächst zwischen Cello und Kontrabass hin und her, um dann jedoch einer pizzicato begleiteten, liebreizenden Kanzone des Cellos Platz zu machen. Als fröhliches Tanzstück gab sich der dritte Satz, wobei die furiose Schluss-Stretta den Zuhörern allerdings beinahe den Atem nahm.

Besondere Zupftechnik

Ganz dem schwelgerischen Cello gehörte Paganinis „Cantabile“, die begleitende Gitarre hielt sich zart im Hintergrund. Dagegen durfte sie sich in Francesco Corbettas „Chaconne“ dann solistisch präsentieren, mit hauchzarten Arpeggios, aus denen sich die Melodielinie mit schnellen Läufen hervorwagte. Dies mit einer Schlagtechnik, die unterschiedliche Saitenkonstellationen hervorhob, im Wechsel mit filigran gezupften Passagen, in denen der Daumen die Melodie übernahm, während die übrigen Finger die Begleitung intonierten.

Stücke aus dem 17. Jahrhundert

Einen besonderen Reiz übten zwei aus dem 17. Jahrhundert stammende Stücke von Santiago de Murcia aus, die Gitarrist Krishnasol Jimènez mit mexikanischen Volksliedmelodien kombiniert hatte. In die weichen, gefühlvollen Klänge der Barockgitarre, untermalt mit dem den basso continuo abgebenden Kontrabass, schlich sich immer wieder sanft eine einprägsame, im weiten Bogen geschwungene Linie des Cellos ein und vervollkommnete so den träumerischen Charakter dieses Programmpunktes. Der größte Teil des Abends indes galt Sonaten von Luigi Boccherini. Hier konnte sich das Cello erneut nach Herzenslust ausspielen. Von dramatisch bis anmutig reichte die Wirkung, von wehmütig bis furios, mit allem erdenklichen Kontrastreichtum, scharfer Charakterisierungskunst und erneuten aberwitzig virtuosen Schlusssteigerungen. Die beiden Partner ordneten sich dabei kongenial mit zartester Begleitung dem Gesamteindruck des Ganzen unter.

Zum Dank für den kaum enden wollenden Applaus der hingerissenen Zuhörer erklang als Zugabe noch ein überaus stimmungsvoller Gute-Nacht-Gesang dieses in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Trios. Dieser stammte ebenfalls aus der Feder Boccherinis.