Die nächste Besichtigung des seit Pfingsten 2015 zwischen Tiefenstein und Hohenfels nach Felsabgängen gesperrten Abschnitts der Albtalstraße steht an: Kommenden Dienstag, 21. August, werden Sabine Hartmann-Müller, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, und Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner (beide CDU) zusammen mit Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, sich um 11 Uhr zu einer Vor-Ort-Begehung treffen.

Schon mehrfach protestierten Bürger umliegender Orte gegen die dauernden Verzögerungen bei der Wiedereröffnung der Albtalstrecke. Bild: Peter Schütz
Schon mehrfach protestierten Bürger umliegender Orte gegen die dauernden Verzögerungen bei der Wiedereröffnung der Albtalstrecke. Bild: Peter Schütz | Bild: Peter Schütz

"Wir möchten den aktuellen Stand der Vorarbeiten und die weiteren Schritte für die Verkehrsfreigabe der Albtalstrecke in den Blickpunkt nehmen", erklärt Hartmann-Müller in einer Pressemitteilung. "Auch wenn das Land Baden-Württemberg Anfang des Jahres seine Zusage für die Kostenübernahme der Sanierung gab, ist der Zeitpunkt der Wiedereröffnung noch unklar", so Hartmann-Müller weiter. An der Vor-Ort Begehung sollen zwei Aspekte im Fokus stehen: Der aktuelle Stand der Vorarbeiten und die weiteren Schritte für die Verkehrsfreigabe der Albtalstrecke.

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Rückblick: Verkehrsminister Winfried Hermann war im August 2017 auf Einladung Felix Schreiners ins Albtal gekommen und hatte sich vor Ort und im Gespräch mit über 300 Bürgern ein Bild von der Straßensperrung gemacht. Nach der Besichtigung gab er ein deutliches Signal für die Region: "Mein Ziel ist, dass wir die Albtalstraße wieder aufmachen können", sagte er.

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Aber: "Um das zu können, müssen wir die Straße sicher machen", so Hermann weiter. Bereits fünf Monate davor, Ende März 2017, hatte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer vor 700 Personen in Schachen (Gemeinde Albbruck) erklärt, ein Gutachten des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) sei zum Ergebnis gekommen, dass ohne umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an eine Wiedereröffnung der Straße nicht zu denken sei.

<strong>2016</strong> nahmen über 500 Personen an einer Informationsveranstaltung mit Landrat Martin Kistler im Albtal teil.
2016 nahmen über 500 Personen an einer Informationsveranstaltung mit Landrat Martin Kistler im Albtal teil.

Im Dezember 2017 kam erneut Bewegung in die Angelegenheit, als der Amtschef des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg, Uwe Lahl, Schreiner und Hartmann-Müller darüber informierte, mit allen Beteiligten in einem Gespräch vor Ort über das Gutachten zu Felssicherungsarbeiten an der Albtalstraße und das weitere Vorgehen beraten zu wollen. Dieses Treffen fand im Januar 2018 statt. Ergebnis: Das Landesverkehrsministerium sagte zu, die Kosten für die Sanierung des gesperrten Abschnitts zwischen Tiefenstein und Hohenfels zu tragen.

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Noch nicht klar war, wann die umfangreichen auf mindestens ein Jahr veranschlagten Felssicherungsarbeiten aufgenommen werden können. Die fachtechnische Planung wurde dem Landratsamt Waldshut in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburg übertragen. Im Juni 2018 teilte das Regierungspräsidium mit, dass der Maßnahmenkatalog 38 Einzelsicherungsbereiche vorsieht. Neben örtlichen Verankerungen, Geröllfängen und Steinschlagnetzen im Bereich der Straßenböschung wird laut Gutachten im Oberhang der Albtalstraße auf über zwei Kilometern Länge die Installation von Hochenergiezäunen zusätzlich erforderlich. Diese begrenzen als passive Scherung einen Auffangraum für Steinschlag- und Felsstürze. Einzelne labile Felsbereiche, die einen Schutzverbau überbeanspruchen würden, müssen zusätzlich gesichert werden, so das Regierungspräsidium.

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Das Landratsamt Waldshut schätzt die Kosten für die Sicherung der felssturzgefährdeten Albtalstraße auf mehrere Millionen Euro. "Wir liegen damit im oberen einstelligen Millionenbereich", erklärte Walter Scheifele, der Leiter des Verkehrsdezernats, dieser Zeitung. Scheifele rechnete mit mehreren Jahren Bauzeit für die umfangreichen Sicherungsmaßnahmen: "Zwei Jahre werden da nicht reichen", sagte er.