Die Fall „Maibaum“ in Görwihl ist geklärt und abgeschlossen. Allerdings kam das Ende des Baums, der am 30. April auf dem Görwihler Marktplatz errichtet und kurz danach am 1. Mai um 5 Uhr früh von Unbekannten ins Sägmoos gekarrt worden war, auf skurrile Art und Weise zustande. Aber das erzählt uns am besten ein Herr, der selber dabei war. Hier ist sein Bericht: „Nachdem der Maibaum im Sägmoos gelandet war, haben ihn ein paar weitere Jugendliche dann am Sonntag dort geholt und in Hartschwand aufgestellt, wobei sie den ursprünglichen Hartschwander Baum im Sägmoos platzierten. Als wir Baumsteller dies erfahren haben, beschlossen wir, der Sache ‚Wanderpokal’ ein Ende zu setzen und sind kurzfristig nach Hartschwand gefahren, um den Baum an Ort und Stelle zu fällen und zu zerlegen. Das Holz haben wir liegen gelassen und schenken es dem ‚kleinen diebischen Bergvolk’ (Auszug aus dem Duden, Definition des Hotzenwälders). Denn wenn der Maibaum it z’Gerbel stoht, denn stoht er nirgends. Somit hat dieses Kapitel ein Ende.“

Der neue Maibaum steht nun auf dem Marktplatz in Görwihl.
Der neue Maibaum steht nun auf dem Marktplatz in Görwihl. | Bild: Peter Schütz

Ein Ende? Nicht ganz: Den Gerbler Marktplatz ziert nun eine junge Nachwuchstanne von einem Meter Höhe im Topf, aber schön geschmückt mit Badischen Fotzeln. Der Maibaumersatz sieht nicht so imposant aus wie sein Vorgänger, aber wie überall im Leben gilt auch für eine Tanne: Aller Anfang ist schwer. Wenn sie sich gut entwickelt, kann sie eine richtig große Tanne und vielleicht eines Tages selber ein Maibaum werden. Möge ihr dann das Schicksal des diesjährigen Gerbler Maibaums erspart bleiben. Denn gleich zwei Mal geklaut und danach zerlegt zu werden, ist nicht jederbaums Sache.