2020 dürfte als Jahr der großen Investitionen in die Geschichte der Gemeinde Görwihl eingehen. 10,3 Millionen Euro sollen für Baumaßnahmen eingesetzt werden – mit der Folge, dass Görwihl, jahrelang schuldenfrei, wieder Kredite aufnehmen wird. „Dieser Finanzhaushalt hat zur Folge, dass die Gemeinde 8,3 Millionen Euro benötigt“, erklärte Rechnungsamtsleiter Martin Schwald in der Gemeinderatssitzung am Montag. Bürgermeister Carsten Quednow sprach von einem „Rieseninvest“, den er in dieser Größenordnung in seiner 20-jährigen Amtszeit noch nicht hatte. Quednow weiter: „Da geht echt was in Görwihl, nicht nur Proteste und Hundesteuer.“ Und: „Der Haushalt bringt Görwihl weiter, da ist kein Luxus dabei“, sagte er.

Der Breitbandausbau in der Gemeinde Görwihl hat begonnen. Für 2020 sind im Haushalt 3,2 Millionen Euro geplant.
Der Breitbandausbau in der Gemeinde Görwihl hat begonnen. Für 2020 sind im Haushalt 3,2 Millionen Euro geplant. | Bild: Peter Schütz

Mit Blick auf das rund 400-seitige, von der Görwihler Kämmerei erstellte Zahlenwerk, erklärte Gemeinderat Herbert Nägele (Freie Wähler): „Die Hausaufgaben, die wir machen müssen, sind gewaltig.“ Auch sein Ratskollege Roland Mutter (Grüne) sprach von „gewaltigen Aufgaben“, ergänzte aber: „Wenn alle zusammenarbeiten, wird das funktionieren.“ Schließlich Norbert Lüttin (CDU): Durch die Investitionen in die Infrastruktur erfahre die Gemeinde einen Mehrwert. Aber: „Das gibt es nicht zum Nulltarif, jemand muss die Zeche zahlen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Lüttin wies darauf hin, dass die Realsteuersätze nicht erhöht werden. Jedoch würde man nicht umhin kommen, die Gewerbe- und Grundsteuer zu erhöhen, zumal Görwihl im Vergleich mit anderen Gemeinden „ganz unten in der Liste ist.“ Eine „moderate Erhöhung“, so Lüttin, „würde den Investitionen, die auf uns zukommen, gerecht werden“, sagte er.

Diese Ansicht vertritt auch Rechnungsamtsleiter Martin Schwald. Im Haushaltsplan 2020 vermerkt er: „Aufgrund der Investitionen sowie den in der mittelfristigen Finanzplanung ausgewiesenen Fehlbeträge wird ab dem Jahr 2021 über Erhöhungen der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer nachgedacht werden müssen, um die Einnahmesituation der Gemeinde zu verbessern.“

Das könnte Sie auch interessieren

Schwald weiter: „Nach dem Jahr 2023 werden die liquiden Mittel der Gemeinde auf das Mindestmaß geschrumpft sein. Auch sind Kreditaufnahmen mit insgesamt circa 20 Millionen Euro notwendig, um die geplanten Investitionen durchzuführen. Durch die vorgesehen Kreditaufnahme wird die Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 294 Euro auf 2.246 ansteigen.